Blicken Sie im Food-Markt durch?

Ständig landen neue Kreationen der Lebensmittelindustrie in den Regalen. Der Food-Markt wird stetig diffuser. Was servieren wir uns da eigentlich?

Durchblick im Food-Markt ist schwierig geworden.

Ein Viertel der Bundesbürger unterstützen ihre Gesundheit, indem sie ihre Bilanz an Vitaminen, Mineralien und Nährstoffen gezielt aufstocken: Nahrungsergänzungsmittel, diätetische Lebensmittel und Functional Food boomen. Was sie da jedoch schlucken, trinken oder löffeln wissen die wenigsten so ganz genau. Und, längst nicht alles, was man sich in den Laboren der Lebensmittelingenieure einfallen lässt, ist sein Geld wert. Und auch längst nicht immer im Dienste der Gesundheit. Hier für Sie ein paar Einblicke in den Food-Markt …

Functional Food

Lebensmittel sollen heute nicht mehr nur satt machen und schmecken, sondern vor allem auch eines: Der Gesundheit nützen. Denn das, so wissen die Marketingstrategen, sorgt für Umsatz im Food-Markt. So landen immer mehr Produkte in den Regalen, denen gezielt Vitamine und Spurenelemente, Pro- und Präbiotika, mehrfach ungesättigte Fettsäuren und andere gesundheitlich wichtige Stoffe zugesetzt sind. Solches sogenanntes Functional Food verheißt Genuss mit gesundem Zusatznutzen. Per Definition handelt es sich dabei um “Nahrungsmittel, die auf Inhaltsstoffen natürlichen Ursprungs basieren, im Zuge der täglichen Ernährung aufgenommen werden und eine definierte Funktion auf den Organismus haben: Stärkung des Immunsystems, Vorbeugung und Unterstützung bei Krankheiten, oder Verlangsamung des Alterungsprozesses”.

Der tatsächliche Zusatznutzen dieser Produkte ist allerdings vielfach fraglich. Zum Einen steht der Nachweis der gesundheitlichen Wirkungen bei den meisten Produkten noch aus. Zum Anderen gehen Ernährungswissenschaftler davon aus, dass der Nutzen eines Nahrungsmittels aus der Mischung mehrerer Stoffe und nicht aus einzelnen resultiert. Viele Vitamine wirken beispielsweise besser in jener Kombination, wie sie die Natur bereithält. So werden die kritischen Stimmen auch nach Jahren nicht leiser. Funktionelle Nahrungsmittel war­nen Verbraucherschutzverbände, seien schlicht eine “Marketingstrategie, die den Trend zu gesundheitsbewusstem Leben ausnutzt”.

Nahrungsergänzungsmittel

Der Name kommt nicht von ungefähr: Sie ergänzen den Speiseplan, ersetzen jedoch keine ausgewogene Ernährung. Nahrungsergänzungsmittel können aus einer fettreichen, hochkalorischen keine gesunderhaltende Kost machen. Beispiel Vitamin-C-Präparate: Klassische Nahrungsergänzungsmittel, aber eben kein Ersatz für Nahrung. Nahrungsergänzungen sollen vielmehr laut Gesetzestext “physiologisch bedeutsame Nahrungsinhaltsstoffe in konzentrierter Form” liefern. Also die “Nahrung in Fällen unausgewogener Ernährung und bei erhöhtem Nährstoffbedarf gezielt ergänzen”. Mit “physiologisch bedeutsam” sind dabei nicht nur die bekannten Nährstoffe gemeint. Sondern generell alle Substanzen, die unsere Gesundheit fördern und Krankheiten vermeiden helfen. Allerdings: Die “ungerichtete” und “breit gestreute” Einnahme von Nährstoffpräparaten sehen Experten kritisch. Zu hoch ist das Risiko unerwünschter und noch nicht erforschter Nebenwirkungen, allen voran bei hochdosierten Gaben von Vitaminen.

“Zur diätetischen Behandlung von…”

Seit Dezember 2001 dürfen so genannte “diätetische Lebensmittel für besondere medizinische Zwecke” zur Behandlung von Krankheiten verwendet werden. Zielgruppe sind Patienten, die ihre medizinische Behandlung mit diätetischen Lebensmitteln unterstützen und verbessern können. Damit stehen diätetische Lebensmittel Arzneimitteln sehr nahe: Sie haben einen klaren medizinischen Nutzen und somit einen konkreten Krankheitsbezug. Ebenso treten diätetische Lebensmittel auch ganz “arzneimitteltypisch” auf, nämlich nur in Form von Tabletten, Pillen, Pulvern oder als Trinknahrung. Daran ist zu erkennen, dass es sich hier um ein Lebensmittel mit medizinischer Bestimmung handelt. Anders als viele Arzneimittel können diätetische Lebensmittel jedoch frei verkauft werden, da bei ihnen nicht die Gefahr gesundheitlicher Risiken und Nebenwirkungen besteht – man muss also kein Rezept in der Apotheke vorlegen.

Foto: © svetazi – Fotolia
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