Botanicals: zwischen Medizin und Nahrung

In den Regalen der Apotheken gibt es wieder Neuzugang: die sogenannten Botanicals. Lesen Sie, was es damit auf sich hat.

Botanicals sind Nahrungsergänzungsmittel.

Functional Food, Nahrungsergänzungsmittel und nun Botanicals. Schon wieder etwas Neues? Jein, um genau zu sein. Denn Nahrungsergänzungsmittel, kurz NEM, gibt es ja schon lange. Bei diesen handelt es sich jedoch um Präparate, die ausschließlich pflanzliche Stoffe oder Zubereitungen enthalten. Gewonnen werden diese aus Pflanzen, Pilzen, Algen oder Flechten. Statt Extrakt aus Äpfeln, kann also auch Extrakt aus Chlorella in Botanicals stecken.

Botanicals kommen ungeprüft auf den Markt

Auf den ersten Blick machen Botanicals den Eindruck, sie seien Arzneimittel – Verpackung und Angaben darauf lassen das vermuten. Doch der Schein trügt. Die Neulinge sind rechtlich gesehen allesamt NEM. Somit unterliegen sie dem Lebensmittelrecht und nicht dem Arzneimittelgesetz. Was erhebliche Erleichterungen mit sich bringt. Sie müssen nicht rechtlich zugelassen sein und können ohne eine Prüfung auf Wirksamkeit, Qualität und Risiken auf den Markt kommen. Wissenschaftliche Untersuchungen und Daten hinsichtlich der Unbedenklichkeit können sich auch diese Nahrungsergänzungsmittel sparen. Eine Anzeige beim Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittel genügt, um in den Regalen zu landen.

Keine Arzneimittel

Anders als Arzneimittel haben Nahrungsergänzungsmittel nicht die Aufgabe, Erkrankungen zu heilen oder ihnen vorzubeugen. Sie dienen einzig und allein der Ergänzung der Ernährung, um die Gesundheit allgemein zu stärken. Das gilt auch für die Botanicals. Somit darf auch bei ihnen nicht auf der Verpackung weder etwas zu Gesundheitsversprechen noch zu Anwendungsgebieten stehen. Für den Laien ist das indessen schwer zu erkennen und entsprechend zu unterscheiden.

Fazit: Bei den „neuen“ Botanicals ist Vorsicht hinsichtlich deren Qualität und Sicherheit angesagt. Auch das beratende Personal in den Apotheken steht hier vor Herausforderungen.

Foto: © sassi / pixelio.de
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