Campylobacter – Fiesling in unserem Essen

Salmonellen kennen Sie wahrscheinlich, aber Campylobacter? Den Kerl sollten Sie sich merken, denn er bereitet uns zunehmend mehr fiese Beschwerden.

Der Keim Campylobacter lauert vor allem in Geflügel.

Bei Campylobacter handelt es sich um ein Bakterium. Und zwar eines, das sich im Verdauungssystem von Nutztieren tummelt. Besonders gern macht dieser Einzeller das bei Hühnern. Deshalb geht von Hühnerfleisch das größte Risiko aus, sich mit dem Keim zu infizieren. Weitere häufige Infektionsquellen sind Rohmilch, Hackfleisch und Mettwurst. Hat der Fiesling es geschafft, bekommen wir eine sogenannte Campylobacter-Enteritis. Diese führt zu einer Entzündung im Dünndarm. Was meist mit Durchfall, mehr oder minder starken Bauchschmerzen und -krämpfen sowie oft auch mit Fieber einhergeht. Mies eben …

Campylobacter legt ordentlich zu

Bei Infektionen durch Lebensmittel hatten lange Zeit die Salmonellen die Nase vorn. Ihnen läuft Campylobacter jedoch inzwischen den Rang ab. Die Zahl der gemeldeten davon verursachten Erkrankungen steigt seit 2001 rapide. Laut Robert Koch-Institut (RKI)  waren es im vergangenen Jahr rund 74.000 Fälle. Salmonellosen wurden dagegen mit 13.000 gemeldeten Erkrankungen in 2016 deutlich seltener registriert. Damit ist die Campylobacter-Enteritis zur häufigsten bakteriellen meldepflichtigen Krankheit in Deutschland avanciert. Nach Angaben des RKI vermuten Experten jedoch, dass die wahre Anzahl an dieser Erkrankung mit üblem Durchfall in der Bevölkerung fast zehnmal höher ist. Die Gründe für die Zunahme dieser Lebensmittelinfektion sind vor allem im vermehrten Verzehr von abgepacktem Hühnerfleisch aus Supermarkt und Discounter zu suchen. Ein weiteres Risiko ist Essen außer Haus. Besonders von Kantinen und Fastfood-Restaurants gehen hier erhöhte Gefahren aus.

Risikofaktor schlechte Küchenhygiene

Nicht ausreichend erhitztes Fleisch von Geflügel, besonders vom Huhn, birgt die größte Gefahr, sich den Erreger einzufangen. Doch bereits davor lauern die Campylobacter in der Küche: Denn auch bei der Zubereitung vor dem Braten, Garen etc. sind sie jederzeit „sprungbereit“, weil überall vor Ort. So beispielsweise im Auftauwasser von eingefrorenem Hühnerfleisch – besonders beliebt bei uns Verbrauchern, da flott auf dem Tisch. Doch wehe da tropft etwas von dem rohen Geflügel woanders hinein … Ebenso problematisch kann es beim Schnippeln werden. Wer etwa den Salat mit dem gleichen Messer zerkleinert wie sein Hühnchen, läuft Gefahr. Das gilt auch bei der Benutzung der gleichen Schneidebretter. Hierbei können Keime von rohem Fleisch auf andere Lebensmittel übergehen. Mit einer besseren Küchenhygiene könnte etwa ein Drittel der Erkrankungen vermieden werden, so die Experten des Robert Koch-Institut.

Die Darmentzündung heilt in fast allen Fällen von selbst aus. Nach ein bis zwei Tagen ist der Spuk in der Regel vorüber und Durchfall wie Bauchschmerzen verschwunden. Die Behandlung einer Campylobacter-Infektion beschränkt sich deshalb darauf, den Verlust an Elektrolyten und Flüssigkeit auszugleichen. Antibiotika sind nur dann erforderlich, wenn hohes Fieber vorliegt und/oder die Beschwerden länger als eine Woche bestehen.

Foto: © detry26 – Fotolia
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