Die Milch macht´s? Nicht wirklich

Was aus den prallen Eutern der Hochleistungskühe plätschert, ist in die Kritik geraten: Das gute Image der “gesunden“ Milch bröckelt.

Milch? Hm. Selbst der Kater hat hier Zweifel.

Kuhmilch ist Gegenstand reger Diskussionen geworden. Am weißen Elixier scheiden sich die Geister wie an kaum einem anderen unserer Lebensmittel. Sein Konsum ist umstritten und die Zweifel werden stetig mehr. Denn viele Befunde zerstören nach und nach den Mythos der doch so gesunden Milch.

Von wegen Naturprodukt

Milch ist ein natürliches Produkt? Fehlanzeige. Sie ist ein Kunstprodukt. Unsere handelsübliche “Konsummilch” hat nahezu nichts mehr mit jener unserer Vorfahren zu tun. Die Gründe für diese bedauernswerte Wandlung liegen in der modernen Landwirtschaft und Viehhaltung sowie vor allem in der Pasteurisierung. Denn sie führt zum Verlust wertvoller Inhaltsstoffe. Der Gehalt an Milchfett bleibt zwar weitestgehend gleich, nicht jedoch jener an Vitaminen, Mineralien und Aminosäuren. Experten stufen deshalb den tatsächlichen Nährstoffgehalt unserer heutigen Milch inzwischen als fraglich ein. Das nächste Problem an der Pasteurisierung ist, das sie nicht nur schädliche Keime zerstört. Zugleich wird ein immens wichtiges Enzym vernichtet: die Laktase, jener fleißige Arbeiter unseres Stoffwechsels, der sich um die Aufspaltung des Milchzuckers kümmert. Wer nun Milchzucker, fachlich Laktose genannt, nicht gut oder gar nicht verträgt, bekommt das Fehlen des Enzyms zu spüren – mehr oder weniger heftig.

Flecken auf der weißen Weste

Das Ansehen der Milch hat vor allem auch wegen ihrer Effekte auf unsere Gesundheit Schaden genommen. Ihre Schattenseiten treten immer deutlicher zu Tage. So hat sich gezeigt, dass sie entzündliche Prozesse im Körper fördert. Dies geht auf den im Milchzucker enthaltenen Einfachzucker Galaktose zurück. Milch kann weiterhin die Entstehung von Akne fördern: Wer sie regelmäßig und reichlich zu sich nimmt, hat ein weitaus höheres Risiko für die unschönen Pusteln auf der Haut. Kuhmilch gehört darüber hinaus mit zu den Säurebildnern, und zwar zu den starken. Von ihnen sollten Sie sich möglichst wenig gönnen. Denn: Zu viele säurebildenden Nahrungsmittel bringen das empfindliche Säure-Basen-Gleichgewicht durcheinander. Das hat zahlreiche negative Konsequenzen, die in allen Bereichen zu spüren sind. Und: Das weiße Kuhprodukt hat keinen positiven Einfluss auf die Knochengesundheit und Vorbeugung von Osteoporose. Einige Untersuchungen deuten sogar auf das Gegenteil hin.

Vorsicht Hormone und Medikamente

Auch die Warnungen vor einem erhöhten Gehalt an Hormonen sowie Rückständen von Medikamenten haben sich leider bewahrheitet. Denn damit die heutigen Turbokühe jene enormen Milchmengen produzieren können, die von der Natur nie vorgesehen waren, bedarf es Nachhilfe. Diese beinhaltet unter anderem Antibiotika und Geschlechtshormone. So sind männliche Geschlechtshormone, die Androgene in Milch viel zu reichlich vorhanden. Kuhmilch macht auch im Hinblick auf andere Hormone keine gute Figur. Denn sie enthält auch hohe Mengen an dem bei Menschen und Rindern identischen Wachstumshormon IGF-1. Dieses birgt einige gesundheitliche Risiken.

Warum Milch weiß ist

Nach diesen schwerverdaulichen Fakten was Netteres zum Schluss. Nämlich: Warum ist Milch eigentlich weiß und nicht grün? Schließlich verdauen tierische Milchlieferanten überwiegend Grünfutter. Das Phänomen der weißen Milch liegt in dieser selbst begründet. Was blütenweiß wie Pulverschnee aus den Eutern plätschert, ist kein Ausscheidungsprodukt, sondern ein Drüsensekret. Dieses besteht zu mehr als 85 Prozent aus Wasser und zu fünf Prozent aus Milchzucker. Den Rest machen Milchfett und Eiweiß, Vitamine und Mineralstoffe aus. Bereits Fett und Eiweiß sorgen für die weiße Färbung. Alles Weitere erledigen Fett und Wasser, die sich zu einer Emulsion verbinden. In ihr schwimmen zahllose winzige Fetttropfen. Sie streuen das einfallende Licht und lassen die Flüssigkeit damit weiß erscheinen.

Foto: © ulianna19970 – Fotolia
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