Eier essen? Aber ja!

Sie enthalten Cholesterin und machen wegen schädlicher Inhaltsstoffe immer wieder negative Schlagzeilen: Eier stehen auf dem Index. Allerdings zu Unrecht.

Eier sind weitaus besser als ihr schlechter Ruf glauben lässt.

Schwupps die obere Kappe der Schale entfernt und dann den Eierlöffel sanft ins Dottergelb getaucht … So ein Ei zum Frühstück ist ja schon was Schönes. Doch diesen Genuss versagen sich immer mehr von uns. Aus Angst vor (zu viel) Cholesterin fallen Eier unter den Tisch. Dioxin und anderes schadhaftes Chemiezeugs verderben den Appetit noch zusätzlich. Was die Umweltschadstoffe angeht, ist die Zurückhaltung bei Eiern gut verständlich. Was abgesehen davon mögliche gesundheitliche Risiken angeht, jedoch nicht – unter ihrer Schale bergen Eier nämlich reichlich Gutes für uns.

Ei = schlecht? Unsinn

Die Forschung hat das Eier-Zölibat bereits länger als unsinnig entlarvt. Denn zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass das Cholesterin unter der Eierschale kein Risiko für die Gesundheit darstellt. Was sich hinter dieser Kehrtwende verbirgt, ist die Erkenntnis, dass sich bei vielen Menschen der Cholesterinspiegel mit täglich ein oder sogar zwei Eiern nicht erhöht. So ergab unter anderem eine Langzeit-Studie in den USA, bei der 80.000 Frauen und 38.000 Männer untersucht wurden: Bei Gesunden hat das Cholesterin aus Nahrungsmitteln wie etwa Eiern einen sehr geringen Einfluss auf den Gehalt im Blut hat. Wie hoch dieser ist, wird zu 98 Prozent von unserem Körper selbst bestimmt. Denn er weiß sehr gut, wie viel er wovon braucht und kontrolliert deshalb selbst. Das ist auch bei Cholesterin so: Bekommt er zu viel davon serviert, drosselt er seine eigene Herstellung des Blutfetts. Zudem bildet er Stoffe, die den Überschuss beseitigen – via Kanalisation.

Eier sind wertvolle Energiespender

Was das Huhn so fallen lässt, versorgt uns mit reichlich gut verdaulichem und hochwertigem Eiweiß. Das gibt ordentlich Kraft. Damit aber nicht genug. Unter der Eierschale schlummern noch eine Menge weiterer wertvoller Inhaltsstoffe. Was vor allem im Dotter an Gutem steckt, sind Kalzium, Phosphor und Eisen, Natrium und Kalium sowie Vitamine satt. So etwa Vitamin A, B1 und B2, Vitamin D und K. Zudem liefern uns die Hühnergelege Lecithin – ein Eiweißstoff, der Gedächtnis und Nerven stärkt.

Kein Ei mehr mit 3!

Seit dem 1.1.2004 muss europaweit jedes Ei mit dem Erzeugercode gestempelt sein. Damit sind “Käfig-Eier” endlich als solche zu erkennen. Auch die Herkunft wird deklariert und ebenso, ob die Henne ökologisch gefüttert wurde. Ausgenommen von der Stempel-Pflicht sind nur Eier, die auf dem Hof des Erzeugers oder an der Haustür verkauft werden.

So deuten Sie den Stempel auf dem Ei:

Zahl für Art der Legehennenhaltung

  • 0 = Ökologische Erzeugung
  • 1 = Freilandhaltung
  • 2 = Bodenhaltung
  • 3 = Käfighaltung (ab 2007 bei uns verboten)

Buchstaben für Herkunft des Eies

  • AT = Österreich
  • BE = Belgien
  • DE = Deutschland
  • FR = Frankreich
  • IT = Italien
  • NL = Niederlande

 

Freilandhaltung macht das Ei nicht gesünder

Seit 2007 hat das Federvieh endlich (!!) gesetzlichen Anspruch auf Ausgang. Kein Huhn darf seitdem mehr im Knast eingesperrt, kein Ei aus Käfighaltung mehr verkauft werden. Allerdings: Käfighennen sind gesünder als ihre freilaufenden Kolleginnen. Sie haben ein geringeres Infektionsrisiko, während beim vogelfreien Hühnervolk mehr Wurmbefall, Salmonellen und auch Krankheiten wie der Rotlauf auftreten. Noch gravierender ist jedoch die mögliche Belastung mit Umweltschadstoffen. So kann etwa der Dioxin-Gehalt in Eiern aus Freilandhaltung höher sein. Schließlich nehmen die Hennen beim Picken und Scharren auch Erde und Gras auf. Sind diese höher mit Dioxinen belastet, kommt es auch zu einer höheren Belastung jener Eier, die von diesen Hühnern gelegt werden.

 

Foto: © Marina Dyakonova – Fotolia
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