Honig senkt Nebenwirkungen von Chemotherapie

Eine Entzündung der Mundschleimhaut ist eine häufige und schwere Komplikation der Chemotherapie. Honig schafft hier sehr wirksam und rasch Abhilfe.

Auch bei einer Chemotherapie kann Honig helfen.

Eine Chemotherapie gegen Krebserkrankungen geht bekanntlich leider mit vielen Nebenwirkungen einher. Eine davon ist die Mundschleimhautentzündung, medizinisch orale Mukositis genannt. Fast jeder zweite Krebspatien ist davon betroffen. Auch die Bestrahlung von Tumoren, die in der Kopf- oder Nackenregion sitzen, kann je nach Dosis zu einer Mundschleimhautentzündung führen. Die dabei auftretenden Schleimhautverletzungen wie kleinere Geschwüre können äußerst schmerzhaft sein. Das hat verständlicherweise negative Auswirkungen auf Ernährung, Mundhygiene und vor allem Lebensqualität. Obwohl verschiedene Substanzen zur Vorbeugung dieser Nebenwirkung der Krebsbehandlung getestet wurden, gab es bisher keine wirksamen Mittel dagegen.

Jod oder Honig besser?

Forscher des Mangalore Institute of Oncology in Indien rund um den Krebsexperten Dr. Baliga ermittelten nun die Wirksamkeit von Honig zur Linderung der Entzündung. Die Studie* wurde in einem Kopf-und-Nacken-Krebstherapiezentrum durchgeführt. Den teilnehmenden Patienten wurde dabei entweder die Standardbehandlung (Povidon mit Jod) oder Honig zur Behandlung ihres Mundes gegeben. Die Gesundheit der Mundschleimhaut und Anzeichen für eine Entzündung der Schleimhaut wurde mithilfe eines standardisierten Bewertungssystems vor, während und nach der Behandlung durch Ärzte eingeschätzt. Diese waren nicht über die Behandlung informiert. Im Vergleich zur Standardbehandlung mit Jod senkt Honig messbar die Mundschleimhautentzündung. Insgesamt sank, im Vergleich zur Behandlung ohne Honig, die Häufigkeit von stark schmerzhafter und nicht erträglicher Mukositis deutlich.

Effektive Hilfe bei der Chemotherapie

Bei der Chemotherapie macht Honig also einen deutlichen Unterschied: Mundschleimhautentzündungen entwickeln sich seltener und sind besser erträglich im Vergleich zu einer Standardbehandlung, ohne dass die Krebstherapie davon negativ beeinflusst wäre. Aktuell wird in klinischen Studien die Honig-Therapie auch mit Kindern und Erwachsenen während einer intensiveren Chemotherapie getestet.

In einer dieser Studien wird auch Olivenöl als weiterer Testwirkstoff eingesetzt. Damit ebnen sich alternative Ansätze allmählich ihren Weg zur Anerkennung als nützliche Begleitbehandlung bei einer Chemotherapie.

*Rao S. et al. Honey Mitigates Radiation-Induced Oral Mucositis in Head and Neck Cancer Patients without Affecting the Tumor Response. Foods. 2017;6(9):77. doi:10.3390/foods6090077.

 

Foto:© Darios- Fotolia.com
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