Unkraut essen? Klar, super gesund

Unkraut nervt. Nicht zuletzt die vielen Gärtner unter uns. Zu kurz gedacht: statt weg damit lieber auf den Teller damit.

Unkraut wird unterschätzt ...

Für viele Gärtner der wiederkehrende Horror. Schon wieder sind die Beete und auch der Rasen voll mit diesen unerwünschten Vertretern der Flora. Löwenzahn ist so ein Kandidat, ebenso wie Brennnessel und Giersch. Hach, alles lästiges Unkraut … Nicht gepflanzt trifft zu. Aber so lästig sollten wir diese Besucher nicht empfinden. Denn: Sie bergen in sich so Manches sehr Gesundes und sie schmecken auch bestens.

Unkraut Brennnessel

Ja, sie verteidigt sich mit unangenehmen Waffen. Sobald wir sie berühren, brennt es. Warum? Weil die Brennnessel sich zum Schutz vor Feinden kleine Brennhaare auf ihren Blättern zugelegt hat. Kurz angefasst und schon brechen diese ab und entleeren ihr Brennnesselgift. Das besteht vor allem aus Ameisensäure und deswegen macht es au. Soweit zu den Schattenseiten von Urtica dioica, wie diese Pflanze botanisch heißt. Abseits derer hat sie nur Vorzüge zu bieten. Nicht umsonst rangiert sie als Heilpflanze. Sie dient unter anderem zur Entschlackung und als Hilfe bei Harnwegsinfektionen wie Blasentzündungen sowie Rheuma und Gicht. Kein Wunder. Denn diese wertvolle Wildpflanze ist reich an sekundären Pflanzenstoffen, Eisen, Kalium und Kalzium, Kieselsäure und Vitamin C. Davon enthält die Brennnessel dreimal so viel wie Brokkoli! Zudem kann sie insbesondere für Vegetarier eine wertvolle Eiweißquelle sein.

Nun zu den ungeahnten kulinarischen Qualitäten der Brennnessel. Ihr feinsäuerlich bis nussiges Aroma bereichert Brotaufstriche, Pesto, Pfannkuchen und Risotto. In Salaten und Wildkräuter-Smoothies kombiniert man die Brennnessel gerne mit Löwenzahn, Bärlauch oder Sauerampfer. Für eine Gemüsebeilage werden die zarten Blätter kurz blanchiert, mit Zwiebeln gedünstet und einem Schuss Sahne verfeinert. Dieses Gericht passt hervorragend zu Kartoffeln, Fisch oder Fleisch.

Tipp: Um das unangenehme Brennen zu vermeiden, schlagen Sie die gewaschenen Blätter vor der Zubereitung in ein Tuch ein und walzen Sie mit einer Teigrolle.

Unkraut Giersch

Er bringt so manchen Gartenbesitzer zur Verzweiflung. Denn die Wildpflanze bildet unterirdische Ausläufer und kann sich dadurch unkontrolliert ausbreiten. Auch Hacken hilft nicht, da selbst die Bruchstücke der Wurzeln neu austreiben. Statt das lästige Unkraut zu bekämpfen, können Sie aus der Not eine Tugend machen und die Pflanze für Ihre Küche nutzen. Weil: Mit seinem fein-würzigen Aroma von Möhre und Petersilie ist der Giersch eines der schmackhaftesten Wildgemüse hierzulande. Außerdem enthalten die Blättchen außergewöhnlich viel Eiweiß und Vitamin C und A, Mineralstoffe wie Kalium, Magnesium und Eisen.

Die Blätter von Aegopodium podagraria, so Herr Giersch auf botanisch, schmecken roh in einem frischen Blattsalat, auch in Kombination mit anderen Wildkräutern wie Löwenzahn und Brennnessel. Fein gehackt sind sie top für Bratlinge, Pesto und grüne Soßen. Sehr lecker ist auch  eine Wildkräuterbutter mit geschnittenem Giersch, Zitronensaft, einem Hauch Knoblauch und etwas Salz.

Tipp: Die süßen Blüten sind eine essbare Dekoration für Desserts sowie auch paniert und frittiert ein Genuss.

Foto: © Günter Menzl – Fotolia.com

 

 

 

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