Warum wir die Nährwert-Ampel brauchen

Verbraucher sollen endlich schnell und einfach gesunde Nahrungsmittel von Zuckerbomben sowie fett- und salzhaltigen Dickmachern unterscheiden können: mit der Nährwert-Ampel.

Die Nährwert-Ampel.

Neben regelmäßiger Bewegung ist eine gesunde Ernährung, die auf Lebensmittel mit zu hohem Zucker-, Fett- und Salzgehalt verzichtet, Basis unserer Gesundheit – von Geburt an. Wissen wir, doch die Realität bei uns sieht erschreckend anders aus. Rund 15 Prozent aller 3- bis 17-Jährigen ist übergewichtig, jeder zweite bis dritte davon stark übergewichtig (adipös). Laut Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA) sind das fast zwei Millionen Kinder und Jugendliche. Besonders diese Altersgruppe und ältere Menschen benötigen beim Einkauf von Lebensmitteln mehr Unterstützung. Nämlich durch Kennzeichnung mit Ampel-System und einheitlichen Gehaltsangaben.

Täuschungsmanöver mit schweren Folgen

Nur allzu oft bewerben Lebensmittelhersteller ungesunde Produkte irreführend als „ausgewogene“ Mahlzeit oder gesunden „Durstlöscher“. Fatale Beispiele dafür sind unter anderem zuckerhaltige Frühstücksflocken und zuckergesättigte Limonaden. So enthält ein in Deutschland viel verkauftes Cola-Getränk 10,8 Gramm Zucker pro hundert Milliliter. Das entspricht bereits 43,2 Prozent der von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlenen Tagesdosis an Zucker. Die darin enthaltenen Kalorien decken bereits zwei Prozent der empfohlenen Kalorien-Tagesmenge für einen Erwachsenen ab. Beide Prozent-Werte sind jedoch deutlich höher für Kinder mit ihrem – im Vergleich zum Erwachsenen – geringeren Körpergewicht. Diese Kalorien haben außerdem keinerlei Sättigungseffekt und begünstigen damit Übergewicht. Nicht umsonst heißen sie auch leere Kalorien.

Keine Nährwert-Ampel als Alibi

Die künftige Bundesregierung beabsichtigt laut Koalitionsvertrag, „Transparenz und Information durch eine verständliche und vergleichbare Lebensmittelkennzeichnung“ zu gewährleisten. „Dieser Schritt ist zu begrüßen“, so Prof. Dr. med. Helmut Gohlke vom Vorstand der Deutschen Herzstiftung. Aber: „Wir brauchen eine Nährwert-Ampel, die den Menschen auch nützt“. Die Ampelfarben müssen auf der Verpackungsvorderseite auch bei Sehschwäche gut sichtbar Gehalte an Zucker, Fett, gesättigten Fetten sowie Salz anzeigen. Und das einheitlich, also pro hundert Gramm und pro hundert Milliliter.  Das gelingt sehr gut mit oben gezeigter Etikettierung. Mithilfe der Ampelfarben Rot (hoher Gehalt), Gelb (mittlerer Gehalt), Grün (geringer Gehalt) auf der Vorderseite von Lebensmittelverpackungen sehen Verbraucher verständlich auf den ersten Blick den genauen Gehalt der wichtigsten Nährwerte eines Produkts.

Foto: © Deutsche Herzstiftung
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