ASS schützt nicht jedes Herz

ASS, kurz für Acetylsalicylsäure, kann Herzinfarkt- und Schlaganfall-Risiken mindern. Gesunde Menschen profitieren von regelmäßiger Einnahme nicht – ganz im Gegenteil.

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Der ursprünglich aus der Weidenrinde gewonnene Wirkstoff ASS hat eine weltweite Erfolgsgeschichte. Das Mittel schlechthin gegen Kopfschmerzen hat sich auch als wirksamer Schutz für Herz und Gefäße entpuppt: Es verhindert Verklumpungen der Blutplättchen, die zu Verstopfungen der Blutgefäße führen können. Auf diese Weise senkt Acetylsalicylsäure die Gefahr, einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu erleiden. Angesichts dessen haben sich viele inzwischen auf eigene Faust die Einnahme von ASS als Vorsorgemaßnahme für die Herzgesundheit verordnet. Keine gute Idee!

ASS nur bei krankem Herz

Das tägliche Schlucken der Pillen zum Herzschutz ist für gesunde Menschen nicht ratsam. Experten warnen sogar davor. Denn der Nutzen von ASS ist für Gesunde nur sehr gering. Er kann die möglichen Gefahren der regelmäßigen Einnahme keinesfalls aufwiegen. Schließlich hat das, was wirkt, auch Nebenwirkungen – das gilt auch für dieses Mittel: Es kann beispielsweise zu Magenbeschwerden und mitunter sogar zu Blutungen im Magen-Darm-Bereich führen. Deshalb sollten nur Menschen mit einem erhöhten Herz-Kreislauf-Risiko regelmäßig ASS nehmen. Das gilt für alle, die bereits einen Herzinfarkt oder Schlaganfall hatten und somit deutlich gefährdeter für ein erneutes Auftreten sind. Der Wirkstoff empfiehlt sich ferner für Patienten mit koronarer Herzkrankheit (KHK). Auch wer einen Bypass oder Stent erhalten hat, profitiert von der täglichen Einnahme. Bedacht werden sollte dabei allerdings auch, dass ASS bei Frauen seltener Herzschutzfunktion hat, als bei Männern.

Risiko abklären lassen

In bestimmten Fällen kann ASS auch sinnvoll sein, obwohl noch keine Herzerkrankungen bestehen oder noch kein Herzinfarkt oder Schlaganfall stattgefunden hat. Nämlich für jene, deren Risiko für ein derartiges fatales Ereignis innerhalb der nächsten 10 Jahre über 20 Prozent beträgt. Ob dem bei Ihnen so ist, lässt sich mit speziellen Tests wie PROCAM oder CARRISMA bestimmen. Diese Methoden berechnen anhand von Blutdruck, Alter und Geschlecht sowie Risiken wie Übergewicht oder Rauchen, wie hoch die Gefährdung ist. Diese Verfahren können Sie in der Sprechstunde des Facharztes, des Kardiologen, und bei vielen Hausärzten durchführen lassen. Empfiehlt sich die Vorsorge mit ASS, sollten Sie täglich nicht mehr als 75 bis 100 Milligramm davon nehmen. Diese Dosierung ist mithin sehr viel geringer als gegen Beschwerden wie Kopfschmerzen.

Foto: © BestForYou / Fotolia
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