Autogenes Training lässt Blutdruckwerte purzeln

Kann die Macht der Gedanken den Blutdruck senken? Ja! Autogenes Training entspannt und bewirkt laut Studien einen Rückgang der Werte.

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Genau genommen muss es Autosuggestion heißen, denn was sich ein deutscher Psychologe Mitte der 1930er Jahre ausdachte, verfolgt das Ziel, sich selbst in einen Zustand der tiefen Entspannung zu versetzen. Johannes Schultz hieß der Mann, dessen Methode heute international anerkannt ist. Fast 1.000 Studien haben die Wirksamkeit seines Autogenen Trainings nachgewiesen – kaum eine alternative Heilmethode ist so gut untersucht. Schultzes Ruheformeln sorgen nicht nur für Entspannung, sie sind auch wirksame Medizin: nicht nur bei erhöhten Blutdruckwerten, sondern unter anderem auch bei Schmerzzuständen, rheumatischen Beschwerden, Asthma.

Das vegetative Nervensystem überlisten

Beim Autogenen Training findet statt, was biologisch eigentlich nicht möglich ist: Atmung, Herzschlag, Blutdruck und andere Prozesse werden willentlich beeinflusst. Diese unterliegen der Kontrolle des vegetativen Nervensystems. Und das agiert autonom – sprich, es lässt sich nicht reinreden. Denn man kann nicht bewusst beschließen, dass das Herz nun langsamer schlägt. Es sei denn, man macht, was Schultz entdeckte: Geht einen Umweg – über das Gehirn. So nämlich können körperliche Vorgänge beeinflusst werden, indem Nervenimpulse den Spannungszustand der Muskeln verändern. Eine Kaskade von Reaktionen sorgt ausgehend vom Gehirn dafür, dass Funktionen wie Atmung oder Verdauung entspannter ablaufen. Das vegetative Nervensystem wird also gewissermaßen ausgetrickst.

Autogenes Training zum Probieren

Um binnen weniger Minuten in die gewünschte Entspannung zu gleiten, bedarf es einiger Übung. Deshalb sollte die Technik auch unter professioneller Regie erlernt werden. Volkshochschulen bieten beispielsweise Kurse an, die meist recht gut und dabei nicht teuer sind. Viele Krankenkassen bezuschussen das Autogene Training im Rahmen von Bonusprogrammen.

Einige Grundübungen:

Man sitzt im Schneidersitz und stellt sich ein bestimmtes Körpergefühl vor – beispielsweise „mein linkes Bein wird schwer“. Nach einiger Zeit der Konzentration auf dieses Gefühl empfindet man es dann tatsächlich: Der Körper hat reagiert. Auf diese Weise lässt sich eine Muskelentspannung am ganzen Körper herbeiführen, die meist als Wärme und Schwere erlebt wird. Und die Herzschlag, Atmung und Organfunktionen enorm positiv beeinflusst.

Schwereübung

Zunächst konzentrieren Sie sich auf ein bestimmtes Körperteil, Ihren linken Arm oder Ihr rechtes Bein. Die Formel dafür könnte lauten: „Mein Arm ist schwer“. Diese Schwere dehnen Sie dann nach und nach auf andere Körperteile und schließlich Ihren gesamten Körper aus.

Wärmeübung

Wie bei der Schwereübung stellen Sie sich vor, dass sich ein bestimmter Körperteil ganz warm anfühlt. Diese wohltuende Wärme verbreiten Sie dann über Ihre Gedanken nach und nach in Ihren ganzen Körper.

Bauchübung

Nun richten Sie die Konzentration auf Ihren Oberbauch: Dabei leiten Sie die Wärme in diesen Bereich Ihres Körpers.

Herzübung

Durch die Konzentration auf den Takt Ihres eigenen Herzschlages spüren Sie, wie dieser gleichmäßiger und ruhiger wird.

Foto: © vision images / Fotolia
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