Blick ins Herz: Echokardiographie

Eine Echokardiographie macht mittels Ultraschall die Bewegungsabläufe des Herzens sichtbar. Das ermöglicht dem Arzt einfach Rückschlüsse auf dessen Struktur, Funktion und Leistungsfähigkeit.

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Deuten Beschwerden oder Befunde auf eine mögliche Erkrankung des Herzens hin, ist eine Ultraschalluntersuchung angezeigt. Eine solche Echokardiographie trägt mit wenig Aufwand viel zur Diagnose von Herzerkrankungen bei. So erlaubt der Blick ins Herz via Ultraschall eine genaue Beurteilung der Herzwände und -klappen sowie der Bewegungen des Herzmuskels. Auch der Blutstrom und die Sauerstoffversorgung des Herzens können dabei geprüft werden. Die Echokardiografie dient außer zur Diagnose auch zur Verlaufskontrolle von Herzerkrankungen. Vom Herzecho, wie diese Untersuchungsmethode auch genannt wird, gibt es drei Varianten.

Echokardiographie durch den Brustkorb

Bei der am meisten durchgeführten Form wird der Ultraschallkopf vorne auf dem Brustkorb aufgesetzt. Dank eines Kontaktgel auf der Haut können die Ultraschallwellen besser in den Körper dringen. Sie werden vom Herzgewebe und vom Blutfluss im Herzen reflektiert, vom Schallkopf wieder aufgenommen, verstärkt und umgehend auf einem Bildschirm dargestellt. Da der Brustkorb medizinisch Thorax heißt, wird diese Form als “transthorakale Echokardiographie” bezeichnet. Sie ist vollkommen schmerz- und risikofrei und dauert nur fünf bis zehn Minuten.

Schluckecho

Hier erfolgt die Untersuchung von der Speiseröhre aus. Deshalb muss der Patient die an einem dünnen Schlauch angebrachte Ultraschallsonde schlucken – daher der Name dieser Form von Herzecho. Medizinisch heißt sie “transösophageale Echokardiographie”; von Ösophagus für Speiseröhre. Sie wird dann angewendet, wenn der Blick ins Herz noch feinere Details offenbaren soll – wie etwa Blutgerinnsel. Das gelingt durch die Nähe der Speiseröhre zum Herzen deutlich besser als von außen am Brustkorb. Das Schlucken der Sonde, ganz logisch, wird meist als unangenehm empfunden. Deshalb darf der Patient während der Untersuchung dank einer Dosis Propofol friedlich dämmern und spürt so rein gar nichts. Der Rachen wird vor dem Einführen der Sonde mit einem Spray lokal betäubt. Für die Untersuchung, die ähnlich wie eine Magenspiegelung abläuft und etwa 20 Minuten dauert, muss man nüchtern sein. Auch hinterher darf der Patient wegen der Betäubung des Rachens für zwei Stunden lang nicht essen und trinken.

Herzecho unter Belastung

Einige Veränderungen der Herzfunktion zeigen sich erst bei körperlicher Belastung. So beispielsweise, wenn verengte Herzkranzgefäße die Herzdurchblutung behindern. In solchen Fällen muss die Echokardiografie unter „Stress“ erfolgen – nämlich unter gesteigerter Herztätigkeit. So heißt diese Variante des Herzecho auch Stressechokardiografie. Zur Steigerung der Herztätigkeit muss der Patient wie beim Belastungs-EKG auf einem Fahrrad strampeln. Eine andere Möglichkeit ist die Gabe von Medikamenten, die das Herz schneller und kräftiger schlagen lassen. Wie beim Herzecho am Brustkorb wird der Ultraschallkopf bei der Untersuchung vorne an der Brust aufgesetzt. Die Stressechokardiografie dauert etwa 30 Minuten, zuvor darf gegessen und getrunken werden.

Foto: © Perrush / Fotolia
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