Blutreinigung als Therapie

Eine Blutreinigung, medizinisch Apherese genannt, ermöglicht es bei vielen Erkrankungen, das Blut außerhalb des Körpers von krankmachenden Bestandteilen zu befreien.

Blutreinigung birgt therapeutische Möglichkeiten.

Schon im Mittelalter versuchte man, das Blut durch einen regelmäßigen Aderlass zu reinigen. Die erste moderne und bis heute am meisten bekannte Blutreinigung ist die Hämodialyse. Sie wird in der Nierenersatztherapie bei Nierenversagen eingesetzt.

Krankhafte Blutbestandteile entfernen

Weniger bekannt ist die therapeutische Blutreinigung – ein erprobtes und höchst effektives Verfahren mit beeindruckenden klinischen Erfolgen. Bei dieser meist mehrstündigen Behandlung wird das Blut durch eine Maschine geleitet, um die kranken von den gesunden Blutbestandteilen zu trennen. Die gesunden erhält der Patient als Infusion zurück, die kranken werden verworfen.

Antikörper aus dem Blut fischen

Eines der wichtigsten Einsatzgebiete der therapeutischen Apherese ist die Transplantationsmedizin. Warum? Weil es bei einer Blutgruppenunverträglichkeit zwischen potentiellem Organspender und Organempfänger zu Abwehrreaktionen kommen kann. Die Antikörper können das transplantierte Organ dann angreifen und es sogar zerstören. Mit Hilfe der Apherese werden diejenigen Antikörper, die gegen Blutgruppen- oder Gewebemerkmale auf transplantierten Organen gerichtet sind, gezielt aus dem Blut entfernt.

Die gezielte Entfernung der Antikörper erfolgt mit sogenannten Immunabsorbern, durch die das Plasma der Patienten geleitet wird. Diese Immunabsorber können Transfusionsmediziner heute zur Behandlung verschiedener Krankheitsbilder einsetzen. So ist eine therapeutische Blutreinigung heute auch bereits bei der Multiplen Sklerose und anderen Autoimmunerkrankungen möglich, bei denen Antikörper körpereigene Strukturen angreifen.

Mit Blutreinigung gegen Allergien

Derzeit wird der Einsatz von Immunabsorbern bei Allergien getestet, indem sie die verantwortlichen IgE-Antikörper entfernen. Sie kommen wegen des hohen technischen Aufwands derzeit allerdings nur dann zum Einsatz, wenn mit Medikamenten keine Wirkung erzielt wird.

Foto: © Rainer Sturm / pixelio.de
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