Dem Blutgerinnsel auf der Spur

Lebenswichtige Diagnostik: ein Blutgerinnsel muss schnell und zuverlässig aufgespürt werden. Denn ist es im Blutstrom unterwegs, kann es tödlich sein.

Ein Blutgerinnsel kann tödliche Folgen haben.

Bei einer Thrombose bildet sich ein Blutgerinnsel, ein Thrombus, in einem Blutgefäß oder direkt im Herzen. Dieser Blutpfropf behindert einerseits den Blutstrom. Andererseits kann er sich lösen und mit dem Blutstrom verschleppt werden. Das ist extrem gefährlich, da es eine Lungenembolie verursachen kann. Zwischen 40.000 und 100.000 Menschen sterben pro Jahr in Deutschland an einer Lungenembolie infolge einer Thrombose. Sie ist damit hierzulande nach Herzinfarkt und Schlaganfall die dritthäufigste Todesursache.

Blutgerinnsel kann lebensgefährlich sein

Die häufigste Thrombose in Blutgefäßen findet sich in den Becken-Bein-Venen. Diese Thrombosen sind aufgrund der Gefahr einer Lungenembolie besonders risikobehaftet. Der Patient kann Symptome wie ein Gefühl der Spannung oder Schwere in den Beinen empfinden, die Haut ist möglicherweise wärmer oder verfärbt. Typisch sind auch Schwellungen oder Schmerzen. Löst sich der Thrombus aus den Beinvenen und wandert mit dem Blutstrom über das Herz in die Lunge, verursacht er eine Lungenembolie. Dabei verstopft er eine Ader in der Lunge und schließt damit einen Teil des Lungengewebes von der Blutversorgung ab. Dadurch ist der Sauerstoffaustausch über die Lunge beeinträchtigt und das Herz akut stark belastet. „Je größer das Gerinnsel, desto gefährlicher ist die Situation “, warnt die Kardiologin Dr. Emilia Stegemann, Chefärztin der Klinik für Allgemeine Innere Medizin und Angiologie der Agalepsion Diakonie Kliniken Kassel. Eine Lungenembolie ist angesichts der extremen Risiken immer ein Fall für den Notarz.

Unbedingt ein Ultraschall

„Eine rasche Diagnose und Behandlung der Thrombose sind sehr wichtig “, so Stegemann. „Bei begründetem Thromboseverdacht ist der Ultraschall das Untersuchungsverfahren der ersten Wahl“. Im Gegensatz zu der früher häufig durchgeführten Phlebographie – einer Röntgenuntersuchung der Venen mit Kontrastmittel – ist ein Ultraschall für den Patienten in keiner Weise belastend. Die Methode ist einerseits sehr sensitiv, andererseits kann der Untersucher neben Gefäßen und einem Blutgerinnsel auch Strukturen erkennen, die die Thrombose verursacht haben. Laut Dr. Stegmann werden die Untersuchungsergebnisse noch exakter, „wenn spezielle Ultraschalluntersuchungen zum Einsatz kommen, die den Blutfluss in den Gefäßen darstellen“. Hier sind die sogenannte farbkodierte Duplexsononografie und die Doppler-Sonographie gut geeignete Verfahren.

Risikofaktoren für Thrombose

Ein erhöhtes Risiko für Thrombosen besteht beim längeren Liegen, zum Beispiel während eines Krankenhausaufenthaltes sowie bei einer Krebserkrankung oder bei vererbter Thromboseneigung. Auch ein veränderter Hormonhaushalt durch eine Schwangerschaft, die Anti-Baby-Pille oder Hormonpräparate gegen Wechseljahresbeschwerden begünstigt eine Thrombose.

Foto: © soleg – Fotolia.com
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