Energydrinks: Risiko schluckweise

Energydrinks sind mit Vorsicht zu genießen, besonders wegen ihrer Wirkungen auf Blutdruck und Herzschlag. Diese können aus dem Gleichgewicht geraten.

Frau trinkt beim Sport Wasser: Energydrinks belasten Herz und Kreislauf und können gefährliche Folgen haben.Vor den flüssigen Energiespendern wird bereits seit geraumer Zeit gewarnt. Denn ihr Konsum birgt einige Gefahren für die Gesundheit: Was uns da angeblich “Flügel verleiht”, bringt das Herz aus dem Takt. So mahnt das Bundesinstitut für Risikobewertung zur Vorsicht. Dessen Experten sehen im Konsum von Energydrinks, insbesondere in Verbindung mit Alkohol oder Sport, “mögliche gesundheitliche Probleme bis hin zu Todesfällen”. Wie sehr zu Recht, bestätigte gerade erst der Tod eines US-Teenagers im Frühjahr. Er war nach dem Trinken mehrerer hochkonzentrierter “Energy-Shots” wenig später an starken Herzrhythmusstörungen verstorben.

Energydrinks gehen massiv ans Herz

Was die trinkbaren Fitmacher so gefährlich macht, sind ihre direkten Effekte auf das Herz. Wie fatal diese sein können, zeigte kürzlich erneut eine US-Studie*. Darin konnten die Wissenschaftler nachweisen, dass und wie sehr Energydrinks der Herzgesundheit schaden können: Sie lassen den Blutdruck anhaltend ansteigen. So war dieser bei den Studienteilnehmern, welche die Getränke zu sich genommen hatten, auch noch sechs Stunden später erhöht.

Zudem veränderte sich das sogenannte QT-Intervall des Herzens. Das ist die Zeit, die unser Herz braucht, um sich von dem elektrischen Impuls zu regenerieren, der den Herzschlag ausgelöst hat – die Erregungsrückbildung. Verlängert sich das QT-Intervall, kann es sehr gefährlich werden. Eine Verlängerung um 60 Millisekunden birgt das Risiko für lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen. Entsprechend müssen inzwischen beispielsweise Medikamente, die zu einer Verlängerung der QT-Zeit von 6 Millisekunden führen, bereits Warnhinweise tragen. In der Studie erhöhten die Drinks die Erregungsrückbildung um 10 Millisekunden.

Gefährliche Kombinationseffekte

Die in der Studie erneut belegten Wirkungen sind nicht allein auf das in den Getränken so reichlich enthaltene Koffein zurückzuführen. Vielmehr macht´s die Mischung: Auch andere Zutaten, wie unter anderem Taurin und Carnitin, tragen zu den Befunden bei. Das deckt sich mit den Ergebnissen anderer wissenschaftlicher Untersuchungen. Auch sie zeigten, dass Energydrinks vollkommen anders wirken als pure Koffeingetränke.

Besonders wer bereits unter Bluthochdruck oder anderen gesundheitlichen Beeinträchtigungen leidet, sollte also besser die Finger von den Drinks lassen. Das gilt auch für Menschen, die Herzmedikamente wie Betablocker einnehmen müssen oder die einen Mangel an Kalium oder Magnesium haben.

*http://jaha.ahajournals.org/content/6/5/e004448

Foto: © georgerudy – Fotolia

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