Erste Hilfe gegen Verbluten

Mindestens ein Drittel aller Unfallopfer stirbt durch Verbluten. Dabei ist eine lebensbedrohliche Blutung einfach zu stoppen: denn Abbinden rettet Leben.

Verbluten ist leider eine häufige Todesursache.

Ob in Würzburg, München und Ansbach im Jahr 2016 oder in Hamburg in 2017 – bei all diesen schrecklichen Anschlägen gab es Opfer, die einer ungestillten Blutung erlagen. „Die unkontrollierte, lebensbedrohliche Blutung ist nach wie vor die Haupttodesursache bei schwerverletzten Patienten sowohl im zivilen als auch im militärischen Umfeld“, so Dr. med. Daniel Hinck, Stellvertretender Klinikdirektor Klinik II am Bundeswehrkrankenhaus Hamburg.

Blutung abbinden ist lebensrettend

Spezielle Abbinde-Systeme, sogenannte Tourniquets, haben alle professionellen Rettungskräfte stets dabei. „Im deutschen Rettungswesen, bei polizeidienstlichen Kräften und im deutschen Militär sind diese schon fast flächendeckend verbreitet, auch bei der Deutschen Bahn und Bundespolizei“, so Dr. Hinck. Unabhängig davon kann jeder von uns, der Zeuge eines Unfalls wird, einen Verblutungstod an Armen oder Beinen verhindern – auch wenn kein Tourniquet zur Stelle ist.

Ein Hosengürtel kann Verbluten verhindern

Um jemanden vor dem Verbluten zu retten, genügen auch bereits ganz einfache Mittel. So etwa ein Hosengürtel oder ein Stück Stoff. „Man muss sich einfach nur ein Herz fassen und einen Hosengürtel oder ein Stück Stoff eine Handbreit oberhalb der Blutung so fest ziehen, bis diese stoppt“, erklärt Dr. Hinck. Angst, bei dem Abbinde-Manöver etwa Nerven des Unfallopfers zu verletzen, brauchen Hilfeleistende nicht zu haben. „Die Befürchtung ist unbegründet“, versichert Dr. Hinck. Was aber sehr wohl zählt, ist Zeit. „Es bleiben mitunter nur Minuten, um einen Verblutungstod zu verhindern“.

Der Experte plädiert dafür, das Abbinden von Blutungen regulär in allen Erste-Hilfe-Kursen zu schulen. „Wer den Führerschein macht, sollte nicht nur die stabile Seitenlage kennen, sondern auch wissen, wie man eine lebensbedrohliche Blutung an Armen und Beinen stillt“, so Dr. Hinck.

Foto: © thomaslerchphoto / fotolia.com
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