Gerinnungshemmer: was Sie wissen müssen

Gerinnungshemmer schützen vor gefährlichen Blutgerinnseln. Wer sie, wie rund eine Million anderer Bundesbürger dauerhaft einnehmen muss, hat einiges zu beachten.

Gerinnungshemmer drosseln das Zusammenklumpen der Blutkörperchen.

Gerinnungshemmer, sogenannte Antikoagulantien, sind inzwischen aus dem Reigen der Herz-Kreislauf-Medikamente nicht mehr wegzudenken. Wer ein erhöhtes Risiko für die Bildung von Blutgerinnseln hat, benötigt diese Wirkstoffe. Dazu gehören viele Herzpatienten: etwa jene mit koronaren Herzkrankheiten wie stabiler Angina pectoris, Herzrhythmusstörungen, ausgeprägter Herzschwäche, nicht mehr richtig schließenden Herzklappen sowie einem Bypass oder Stent.

Erhöhtes Blutungsrisiko – das Problem

Die erwünschte Wirkung – die Hemmung der Blutgerinnung – birgt logischerweise das verstärkte Risiko von Blutungen. Im Alltag macht sich das oftmals nicht sofort bemerkbar. Schließlich heben die Medikamente die Blutgerinnung nicht komplett auf, sondern schwächen sie nur ab. Allerdings kommt es auch unter einer korrekten Dosierung zu verstärkten oder verlängerten Blutungen bei einer Verletzung.

Dos und Don´ts

Wenn Sie gerinnungshemmende Medikamente einnehmen, sind bestimmte Vorsichtsmaßnahmen wichtig.

  • Nehmen Sie den Gerinnungshemmer regelmäßig wie verordnet ein.
  • Gehen Sie regelmäßig zu den Kontrolluntersuchungen Ihres Arztes.
  • Tragen Sie stets Ihren Behandlungsausweis bei sich. Aus ihm geht hervor, dass Sie einen Gerinnungshemmer einnehmen, was der Grund dafür ist, welcher es ist und in welcher Dosis.
  • Ändern Sie nie ohne Rücksprache mit Ihrem Arzt die Dosis der Tabletteneinnahme. Sowohl eine Unterdosierung als auch eine Überdosierung des Gerinnungshemmers kann schwerwiegende Folgen haben.
  • Haben Sie die Einnahme des Medikamentes vergessen, holen Sie das schnellstmöglich nach. Allerdings sollten Sie die Dosis nicht verdoppeln, wenn der Abstand zwischen zwei Tabletteneinnahmen einen Tag oder mehr beträgt. Bei Unklarheiten fragen Sie bitte immer Ihren behandelnden Arzt.
  • Informieren Sie alle Ihre Ärzte darüber, dass Sie gerinnungshemmende Medikamente einnehmen. Das ist vor allem dann wichtig, wenn eine Operation, Katheteruntersuchung, Magen-Darm-Spiegelung oder Zahnbehandlung anstehen. Unter Umständen ist vor der Behandlung eine Änderung der Dosierung oder das vorübergehende Unterbrechen der Gerinnungshemmung notwendig.
  • Nehmen Sie grundsätzlich nicht eigenmächtig weitere Medikamente ein, ohne Ihren Arzt zu fragen. Viele Arzneimittel beeinflussen nämlich die Wirkung eines Gerinnungshemmers. Hierzu zählen auch zahlreiche Medikamente, die frei verkäuflich – also ohne Rezept – in der Apotheke erworben werden können. Zur Medikamenteneinnahme sollte man immer den behandelnden Arzt fragen.
  • Wer Gerinnungshemmer einnimmt, bekommt meist schneller blaue Flecken und blutet länger sowie stärker; selbst bei kleinen Verletzungen. Dies sollten Sie berücksichtigen. Kühlen Sie kleinere Wunden, versorgen sie mit einem Druckverband und lagern den verletzten Körperteil hoch. Bei einer größeren Wunde sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Treten Blutungen ohne äußere Verletzung auf, beispielsweise aus Nase oder Mund, ist der Urin rot oder der Stuhl schwarz verfärbt, müssen Sie umgehend zum Arzt oder in das nächste Krankenhaus.

Wann Gerinnungshemmer tabu sind

Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre sprechen gegen den Einsatz dieser Medikamente, denn es kann zu schweren Blutungen kommen. Schwere Funktionsstörungen von Leber, Bauchspeicheldrüse und Nieren sind ebenso eine Gegenanzeige. Das gilt auch für einen sehr stark erhöhten Blutdruck, der mit Medikamenten nicht ausreichend gesenkt werden kann.

Foto: © fotoliaxrender – Fotolia

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