Gesunder Lebensstil halbiert das Herz-Kreislauf-Risiko

Wer gesund lebt, hat ein um etwa 50 Prozent geringeres Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten – unabhängig von der genetischen Veranlagung.

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Wieder einmal haben wir es amtlich – soll heißen, wissenschaftlich verbürgt: Eine gesundheitsbewusste Lebensweise zahlt sich enorm aus. Wie sehr, offenbart uns erneut eine große Untersuchung mit mehr als 55.000 Teilnehmern*. Sie wurde Ende letzten Jahres im angesehenen Wissenschaftsmagazin New England Journal of Medicine veröffentlicht.

Drei Studien, gleiches tolles Ergebnis

In der großen Untersuchung, wissenschaftlich Meta-Analyse genannt, werteten Forscher der Harvard Universität drei Studien aus den USA und Schweden aus: Die ARIC-Studie (Atherosclerosis Risk in Communities), die MDCS-Studie (Malmö Diet and Cancer Study) und die WGHS-Studie (Women’s Genome Health Study). Viele der Teilnehmer an diesen Studien hatten eine genetische Vorbelastung. Diese wurde mit einem Test ermittelt, der 50 verschiedene genetische Risiken erkennen kann. Das Ergebnis fiel wie erwartet aus: Wer sich gesund ernährt, körperlich aktiv und nicht übergewichtig ist und nicht raucht, hat deutlich seltener einen Herzinfarkt.

Gesunder Lebensstil schlägt Gene

Das Tolle ist, dass ein gesunder Lebensstil ganz offensichtlich auch genetische Risiken ausgleicht. Unabhängig von den Vorbelastungen ist sein Einfluss auf die Herz-Kreislauf-Gesundheit erheblich: In allen drei Studien war die Rate an Herzinfarkten oder anderen koronaren Herzerkrankungen bei den gesund Lebenden um die Hälfte und mehr reduziert. Und das trotz eines erhöhten genetischen Risikos.

Diese Resultate zeigen erneut, dass jeder von uns etwas gegen den Ausbruch einer Krankheit tun kann. Dabei, so die Harvard-Forscher, sollten Staat und Gesellschaft die Menschen allerdings mehr unterstützen. Um einen gesunden Lebensstil zu fördern, sollten unter anderem gesunde Nahrungsmittel günstiger und kalorienreiche, industriell stark bearbeitete Produkte teurer werden.

*Amit V. Khera et al. Genetic Risk, Adherence to a Healthy Lifestyle, and Coronary Disease. New England Journal of Medicine 2016; doi: 10.1056/NEJMoa1605086

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Foto: © WavebreakmediaMicro / Fotolia
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