Grippeimpfung ist lebenswichtig für Herzpatienten

Grippeviren gefährden vor allem Herzpatienten. Die Impfung dagegen bietet ihnen laut neuer Studien einen Schutz vor schweren und tödlichen Herzereignissen.

Bei Herzpatienten ist die Grippeimpfung besonders wichtig.

Durch schwere Grippewellen sterben in Deutschland jedes Jahr Tausende Menschen. So kam es in der Saison 2017/18 nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts zu rund 25 100 Influenza-bedingten Todesfällen. Ältere Menschen und chronisch Kranke sind besonders gefährdet, schwere oder tödliche Verläufe der Influenza zu erleiden. Zu den gefürchteten Komplikationen einer Grippe gehören Entzündungen des Gehirns oder des Herzmuskels – sogar junge Menschen ohne Vorerkrankungen kann dies betreffen.

Herzpatienten haben klaren Überlebensvorteil

Für Menschen mit Herzerkrankungen ist die Grippeimpfung eine besonders wichtige zusätzliche Maßnahme, um das Risiko für ein tödliches Herzereignis wie etwa einen Herzinfarkt zu senken. Aktuelle Studien belegen diese wissenschaftlichen Erkenntnisse erneut. Die Schutzwirkung der Impfung zur Vorbeugung eines Herzinfarktes ist vergleichbar mit einem Rauchstopp oder der Einnahme von Cholesterinsenkern. Doch dass sich Herzpatienten jährlich gegen Influenza impfen lassen sollten, ist noch immer zu wenig bekannt, teilt die Deutsche Gesellschaft für Infektiologie (DGI) mit. „Obwohl Studien seit Jahren belegen, wie groß der Nutzen der Grippeimpfung insbesondere für Herzpatienten ist“, so Prof. Dr. med. Gerd Fätkenheuer, Leiter der Infektiologie an der Universitätsklinik Köln und Vorsitzender der DGI. „Für Herzpatienten sollte die Influenza-Impfung ein selbstverständlicher Teil der Vorsorge sein. Sowohl Hausärzte als auch Kardiologen sind hier gefragt, ihre Patienten auf die große Bedeutung der Impfung hinzuweisen“, empfiehlt Prof. Fätkenheuer.

Wann gegen Grippe impfen? Jetzt!

Idealerweise sollte die Impfung im November durchgeführt werden. Bis ein vollständiger Impfschutz aufgebaut ist, vergehen nach der Impfung rund 14 Tage. In der Regel beginnt die Zahl der Influenza-Fälle etwa zum Zeitpunkt des Jahreswechsels deutlich anzusteigen und erreicht ihren Höhepunkt meist im Verlauf des Februars oder Anfang März. Die Influenza-Impfung sollte jedes Jahr wiederholt werden, denn der Impfschutz wirkt nicht langfristig und das Influenzavirus ist sehr wandlungsfähig. Daher muss der Impfstoff jedes Jahr neu zusammengesetzt und die Impfung erneut gegeben werden. Seit diesem Jahr kommen in Deutschland nur noch tetra-valente Impfstoffe zum Einsatz, die den bestmöglichen Schutz für die jeweilige Saison bieten.

Bericht zur Epidemiologie der Influenza in Deutschland, Saison 2017/18. Robert Koch-Institut, 2018, https://influenza.rki.de/Saisonberichte/2017.pdf
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Foto: © Tim Reckmann / pixelio.de
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