Herzschrittmacher – und dann?

Ein Herzschrittmacher ist eine wertvolle Hilfe bei Herzrhythmusstörungen. Nachdem er implantiert ist, haben die Träger ein paar Dinge zu beachten.

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Schlägt das Herz unregelmäßig oder zu langsam, bewährt sich ein kleines Gerät aus einem Generator und Sonden: Ein Herzschrittmacher bringt das Herz mit elektrischen Impulsen in seinen richtigen Schlagrhythmus zurück. Damit beseitigt er die unangenehmen Beschwerden, die mit Herzrhythmusstörungen einhergehen; etwa Schwindel- oder Ohnmachtsanfälle sowie Schwäche.

Einst bahnbrechende medizinische Innovation, ist das Einsetzen des Taktgebers inzwischen ein Routineeingriff. Unmittelbar danach wie in den kommenden Jahren gibt es für die Träger einiges Wichtiges zu berücksichtigen.

Anfangs Vorsicht beim Waschen

Meist werden zehn Tage nach der Implantation die Fäden an der Operationsstelle gezogen. Bis dahin sollten Sie Haut nur um die Wunde herum waschen. Am besten nehmen Sie dazu einen Waschlappen, den Sie gut auswringen, da der Wundverband nicht nass werden darf. Diese Vorsicht ist geboten, um die Wundheilung nicht zu stören und Infektionen mit Keimen zu verhindern. Sind die Fäden gezogen und die Wunde verheilt, können Sie wieder Ihrer gewohnten Körperpflege nachgehen.

Arm unten bei neuem Herzschrittmacher

Den Arm, auf dessen Seite der Schrittmacher eingesetzt wurde, sollten Sie nicht nach oben über Brusthöhe heben. Das soll vermeiden, dass Zug an den ins Herz eingesetzten Sonden entsteht. Dies könnte den Heilungsprozess beeinträchtigen. Nach rund zwei Wochen können Sie den Arm dann wieder ganz normal bewegen.

Regelmäßig kontrollieren lassen

Damit der Schrittmacher seine Arbeit optimal erledigt, muss er regelmäßig kontrolliert werden – vom niedergelassenen Kardiologen oder in der Schrittmacher-Ambulanz des behandelnden Krankenhauses. Geprüft werden dabei der Ladestand der Batterie im Schrittmacher sowie die Funktion der Sonden. Zudem werden einige Daten, wie etwa besondere Vorkommnisse im Herzschlag, erfasst. Die erste Kontrolle erfolgt spätestens drei Monate nach dem Einsetzen. Dann ist sie in Intervallen von sechs bis zwölf Monaten angezeigt.

Erneut Probleme trotz Herzschrittmacher?

Selten kann es vorkommen, dass die Beschwerden wieder zurückkehren. Dann ist möglicherweise eine Sonde im Herzen verrutscht. Suchen Sie auf jeden Fall einen Arzt auf, um die Sache klären zu lassen. Meist genügt es, die Sonde per Endoskop neu zu fixieren – ein kleiner Eingriff, ohne das Gerät tauschen zu müssen.

Achtung Schrittmacherinfektion

In sehr seltenen Fällen kommt es zu einer Herzschrittmacherinfektion. Das zeigt sich daran, dass die Haut über dem Herzschrittmacher auffällig warm und gerötet ist. Zudem treten allgemeine Zeichen einer Infektion wie Fieber und Schüttelfrost auf. Dann müssen Sie umgehend einen Arzt aufsuchen. Meist muss leider sofort das komplette Gerät entfernt werden. Nur so ist zu verhindern, dass sich die Infektion auf das Herz oder den gesamten Körper ausweitet.

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Foto: © Svemir / fotolia.com

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