Hopfen nimmt dem Herz den Stress

Außer als Bierzusatz machte Hopfen früh als Arznei Furore – allen voran bei Nervosität und Schlafstörungen. Davon profitiert auch ein gestresstes Herz.

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Erstmals zum medizinischen Gebrauch empfohlen wurde Hopfen (Humulus lupulus) von dem arabischen Heilkundigen Mesue. Er stand im achten Jahrhundert in Diensten des Kalifen von Bagdad. Bald darauf entdeckte man die beruhigenden Effekte des Hanfgewächses: Es wirkt dämpfend auf das zentrale Nervensystem. Das machte die Pflanze zum bewährten Hausmittel bei nervös bedingten Beschwerden, Unruhe und Schlafstörungen. Das sind genau die Beschwerden, bei denen Hopfen auch heute offiziell empfohlen wird.

Wie Hopfen hilft

Die Stoffe, denen die Zapfen ihre Wirkung verdanken, sind Bittersäuren – vor allem Lupulon und Humulon. Weitere wichtige Inhaltsstoffe sind Flavonoide – überwiegend Glykoside –, ätherische Öle sowie Gerbstoffe und Aspargine. Darüber hinaus stecken in den Hopfenzapfen viele Mineralstoffe, Spurenelemente und Vitamine: Magnesium, Eisen, Fluor, Zink, Kupfer sowie Vitamine der B-Gruppe. Neben der beruhigenden und schlaffördernden Wirkung ist die Pflanze auch krampflösend und harntreibend – was Biertrinkern bestens vertraut ist.

Bayerisches Reinheitsgebot: das erste Lebensmittelgesetz

Mit dem vom bayerischen Herzog Wilhelm IV. im Jahr 1516 erlassenen Reinheitsgebot verdrängte Hopfen endgültig die ehemals verwandten Zusätze wie etwa Bilsenkraut aus dem Bierkrug: “wir wollen, das füran allenthalben in unseren Stetten, Märckten und auff dem Lande zu kainem Pier merer stückh dann allain Gersten, Hopffen und Wasser genommen und gepraucht sölle werden”. Bei diesen Zeilen handelt es sich um das erste Lebensmittelgesetz überhaupt.

Im Licht der Wissenschaft

Hopfen ist, wie durch mehrere Untersuchungen bestätigt wurde, ein wirksames pflanzliches Beruhigungsmittel. Seine Eigenschaften entfaltet er besonders gut in Verbindung mit anderen sedativ wirksamen Heilpflanzen, vor allem mit Baldrian.

Anwendung

Am besten greift man zu Fertigpräparaten mit Extrakt aus Hopfenzapfen. Sie gewährleisten einen ausreichend hohen Gehalt an den wirksamkeitsbestimmenden Inhaltsstoffen. Es gibt sie rezeptfrei in Apotheken; z. B. Pascosedon Filmtabletten, Solaguttae Baldrian-Hopfen Dragees, Valdispert Comp.

Foto: © Foto-Ruhrgebiet / Fotolia
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