Hunde altern wie wir Menschen

Hunde werden heute deutlich älter als früher und leiden unter Alterserkrankungen – dahinter stecken die gleichen Prozesse wie bei uns.

Auch Hunde haben typische Alterserscheinungen.

Wie auch bei Menschen ist die Lebenserwartung von Hunden erheblich angestiegen. Folge der Fortschritte in der medizinischen Versorgung und einer besseren Ernährung. Im Verbund mit der längeren Lebenszeit tauchen bei unseren vierbeinigen Gefährten inzwischen vermehrt Alterserscheinungen und alterstypische Erkrankungen auf. Dazu gehören unter anderem aktivere entzündliche Prozesse und verstärkter oxidativer Stress. Laufen bei Hunden möglicherweise die gleichen Reaktionen im Körper ab, wie bei menschlichen Senioren? Eine interessante Frage, deren Beantwortung auch das Altern des Homo sapiens sapiens verständlicher machen kann.

Hunde bauen vergleichbar ab

Britische Altershundeforscher sind dem Ganzen nun auf den Grund gegangen. Sie begleiteten Labrador-Retriever vom Erwachsenenalter bis zu deren Lebensende. Dabei wurden die Hunde regelmäßig untersucht und ihr Blut getestet. Es stellte sich heraus, dass beim Hundealtern ganz ähnliche Prozesse ablaufen wie bei uns. So lagen Anzeichen für Entzündungen mit dem Alter vermehrt im Blut der Tiere vor. Im Gegenzug sank die Aktivität der körpereigenen Reparaturwerkzeuge – allen voran der Antioxidantien. Auch Abfallaufräumer wie das sogenannte Hitzeschockprotein fanden sich mit steigendem Alter in immer geringeren Mengen im Blut. Das eben erwähnte Eiweiß gehört zur schnellen Eingreiftruppe, wenn übermäßig viele und aggressive Abfallstoffe auflaufen.

Reparaturmechanismen stärken, Entzündungen bremsen

Die Studie* zeigt, dass sowohl entzündliche Prozesse als auch Eingreiftrupps für den oxidativen Stress bei Hunden wie Menschen ein Behandlungsziel im Alter sind. Die Devise zur Unterstützung gesunden Alterns lautet: Verlangsamen der entzündlichen Prozesse kombiniert mit der Stärkung der Reparaturmechanismen des Körpers. Ein Weg dorthin ist eine zusätzliche Ernährung mit Antioxidantien. So zeigte kürzlich eine andere Studie, dass eine ausgewogene Ernährung mit Zusatz von antioxidativen Stoffen die schädlichen Effekte der freien Radikale bei Hunden messbar abmildert. Dass menschliche Vorgänge im alternden Hund ablaufen, eröffnet die Entwicklung neuer Behandlungsansätze für Alterserkrankungen bei Menschen. Denn: Was dem Hund hilft, kann auch uns das Altern erleichtern.

*Alexander J. E. et al. Understanding How Dogs Age: Longitudinal Analysis of Markers of Inflammation, Immune Function, and Oxidative Stress. Journals Gerontol Ser A. November 2017. doi:10.1093/gerona/glx182.
Foto: © Waldemar Dąbrow – Fotolia.com
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