Nachlassende Leistungsfähigkeit? Ab zum Arzt!

Stetige Abnahme der Leistungsfähigkeit und wiederholte Atemnot sind Warnzeichen, die ernst genommen werden müssen. Denn möglicherweise steckt eine Herzschwäche dahinter.

Ältere Dame mit schlechter Leistungsfähigkeit. Möglicherweise etwas mit dem Herz ...

Körperliche Anstrengungen sind immer schwerer zu bewerkstelligen – bereits Treppensteigen ist langsam eine Herausforderung. Zu Bahn und Bus rennen, um pünktlich zu sein? Nein, viel zu schlapp. Und zudem viel zu schnell außer Atem. Leider schieben viele jener, die von diesen Problemen betroffen sind, das Ganze resigniert auf das Alter. „Man ist halt nicht mehr so fit wie früher …“ Fatal, denn diese Symptome können Anzeichen einer beginnenden Herzschwäche sein, wie der Herzspezialist Prof. Dr. Thomas Meinertz, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Herzstiftung warnt: „Die so häufige Herzinsuffizienz beginnt zumeist unspektakulär und schleichend“.

Leistungsfähigkeit checken lassen

Alle, bei denen die Leistungsfähigkeit zunehmend schlechter wird und die unter Atemnot leiden, sollten umgehend zum Arzt, fordert Prof. Meinertz. „Denn je früher die Herzschwäche erkannt wird, umso eher kann man mit den heutigen Therapiemöglichkeiten die fatale Entwicklung der Krankheit aufhalten oder verlangsamen”. Das sichert auch mehr Lebensqualität für Patient und Familie. Besteht beim Hausarzt auch nur der geringste Verdacht auf eine Herzschwäche, muss der Patient zum Kardiologen. Er beurteilt dann die Herzsituation durch Ultraschall (Echokardiographie), Ruhe- und Belastungs-EKG und Röntgen. Zudem erfolgt eine Katheteruntersuchung sowie mitunter ein Bluttest mit dem Biomarker NTproBNP. Er kann im Labor eine Überbelastung des Herzens und so eine Herzschwäche anzeigen.

Unterschätzte Volkskrankheit

In Deutschland leiden nach Expertenschätzungen bis zu drei Mio. Menschen an einer Herzschwäche. Jährlich werden über 444.000 dieser Patienten in ein Krankenhaus eingeliefert, rund 45.000 sterben daran. Gewaltige Ausmaße, die immer noch unterschätzt werden. In etwa 70 Prozent der Fälle entwickelt sich die Herzschwäche aus der koronaren Herzkrankheit (KHK) und Bluthochdruck, allein oder gemeinsam mit Diabetes. Aber auch Herzklappenerkrankungen, Herzmuskelentzündung, Vorhofflimmern oder angeborene Herzfehler sind die Auslöser.

Viele herzkranke Menschen kennen jedoch weder die Ursachen der Herzschwäche noch die krankheitstypischen Warnzeichen, mit denen sie sich bemerkbar macht. Besonders sie sind gefährdet, schleichend eine Herzschwäche zu bekommen. „Der Aufklärungsbedarf ist daher besonders groß“, betont Prof. Meinertz.

Herzwochen zur Herzschwäche

Vor diesem Hintergrund veranstaltete die Herzstiftung vom 1. bis zum 30. November 2017 die bundesweiten Herzwochen unter dem Motto „Das schwache Herz“. Mit zahlreichen Infos wurde die Öffentlichkeit über die Ursachen, Diagnose, Therapie und die Möglichkeiten der Vorbeugung der Herzschwäche aufgeklärt. Alles dazu finden Sie unter www.herzstiftung.de/herzwochen.html.

Foto: © Photographie.eu – Fotolia
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