Nierenversagen oft durch Bluthochdruck

Bluthochdruck ist nach Diabetes die zweithäufigste Ursache für Nierenerkrankungen bis hin zum Nierenversagen: verantwortlich für ein Viertel aller Dialyse-Fälle.

Nierenversagen ist eine häufige Folge von zu hohem Blutdruck.

Etwa 300 Mal am Tag wird unser Blut in den Nieren gefiltert und von Schadstoffen befreit. Die Arbeit erledigen in jeder Niere etwa eine Million mikroskopisch kleine Nierenkörperchen. Sie alle besitzen ein angeschlossenes Kanälchen, in denen der Urin entsteht. Zusammen werden diese Einheiten als Nephrone bezeichnet. Ein zu hoher Blutdruck kann die Nierenkörperchen zerstören. „Bereits beim gesunden Menschen kommt es im Verlauf des Lebens zu einem Verlust von Nephronen“, so der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Hochdruckliga, Professor Dr. med. Bernhard Krämer. Bei Menschen mit Bluthochdruck ist dieser Prozess beschleunigt. Am Ende sind dann nicht mehr genügend Nephrone vorhanden, um das Blut von Abfällen aus dem Stoffwechsel zu befreien.

Nierenversagen häufige Folge

Bis zu 30 Millionen Menschen hierzulande haben einen zu hohen Blutdruck. Zu den Folgen gehören neben Schlaganfall und Herzinfarkt auch Nierenversagen. Fachverbände schätzen, dass chronisches Nierenversagen in Deutschland zu 24 Prozent auf den Bluthochdruck zurückzuführen ist. „Damit wäre der Bluthochdruck in Deutschland für 20.000 von über 80.000 Dialysefällen verantwortlich“, so Prof. Krämer. Das ließe sich vermeiden. Denn eine Reihe von Blutdrucksenkern schonen die Nieren. So etwa die ACE-Hemmer oder AT1-Antagonisten. Sie senken über eine Hemmung von Angiotensin II auch bei Nierenerkrankungen den Blutdruck und verhindern häufig eine weitere Verschlechterung der Nierenfunktion.

Regelmäßiger Check der Nierenfunktion

Wegen der engen Beziehung zwischen Blutdruck und Nieren, rät die Deutsche Hochdruckliga allen Patienten mit hohem Blutdruck, die Nierenfunktion regelmäßig überprüfen zu lassen. Dies geschieht heute durch eine Untersuchung des Urins auf Albumin, das bei vielen Nierenerkrankungen vermehrt ausgeschieden wird. Eine 24-Stunden-Blutdruckmessung gibt einen ersten Hinweis, ob der Bluthochdruck seine Ursache in den Nieren hat. „In diesem Fall fehlt häufig der leichte Abfall des Blutdrucks, zu dem es in den Nachstunden kommt“, erläutert Professor Dr. Ulrich Wenzel vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf. Eine Ultraschall- und Laboruntersuchungen können dann häufig die Ursache aufdecken.

Bei einer Verengung der Nierenarterien können in ganz ausgewählten Fällen eine Angiografie mit Aufweitung und Stent-Einlage Blutdruck und Nierenfunktion verbessern. Bei Patienten, deren Blutdruck sich durch Medikamente definitiv nicht senken lässt, kann eine Verödung von Nervenfasern in den Arterien der Nieren zur Blutdrucksenkung erwogen werden. Laut Professor Wenzel kommt dies aber derzeit nur in Ausnahmefällen und im Rahmen von klinischen Studien zur Anwendung.

Quelle: Deutsche Hochdruckliga
Foto: © djoronimo – Fotolia.com
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