Pflanzliche Arzneimittel auf dem Vormarsch

Sie werden immer beliebter: Viele pflanzliche Arzneimittel laufen ihren synthetischen Kollegen den Rang ab – Johanniskraut als Extrakt beispielsweise bei den Antidepressiva.

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Dass “grüne Arzneien” so gefragt sind, hat gute Gründe. Denn vieles aus dem überlieferten Wissen über Heilpflanzen ist heute durch die moderne Wissenschaft bestätigt. Dabei haben auch viele Untersuchungen gezeigt, dass pflanzliche Arzneimittel den Vergleich mit synthetischen keineswegs scheuen müssen. Diese Erforschung der Naturapotheke eröffnet neue, vielversprechende Wege zur Behandlung vieler Beschwerden – vielfach auch solcher, bei denen Mittel mit synthetischen Wirkstoffen an ihre Grenzen stoßen.

Brückenschlag in die Moderne

Unsere heutige moderne Medizin basiert überwiegend auf natürlichen Heilmitteln: 90 Prozent der synthetischen Arzneimittel, die derzeit auf dem Markt sind, stammen ursprünglich von pflanzlichen Wirkstoffen ab. So gehen beispielsweise die Herzglykoside (Digitoxine) auf den roten Fingerhut zurück. Atropin wird aus der Tollkirsche gewonnen und Morphin aus dem Schlafmohn. Acetylsalicylsäure, weithin bekannt als ASS oder Aspirin, kommt aus dem in der Weidenrinde enthaltenen Salicin. Vor diesem Hintergrund dürfen und sollen pflanzliche Arzneimittel und solche mit synthetischen Wirkstoffen auch nicht in Konkurrenz zueinander gesehen werden. Es geht nicht um ein Entweder-oder, sondern darum, sie Hand in Hand gemeinsam zum Wohle des Patienten einzusetzen. Denn die Vorzüge beider Behandlungsweisen lassen sich gut vereinen.

Pflanzliche Arzneimittel: natürlich im Vorteil

Hohe Wirksamkeit

Die hohe Wirksamkeit vieler pflanzlicher Präparate ist wissenschaftlich belegt. Was dabei gefunden wurde, spricht für sich: Zahlreiche der Heilpflanzen sind synthetischen Präparaten absolut ebenbürtig.

Gute Verträglichkeit

Ein sehr wichtiges Argument, wenn um die Bewertung von Medikamenten geht, ist deren Verträglichkeit. Als Patient hat man schließlich herzlich wenig von Präparaten, die zwar hochwirksam sind, aber mit unangenehmen Nebenwirkungen einhergehen. Hier sind pflanzliche Medikamente jenen mit synthetischen Wirkstoffen meist überlegen: Neben- und Wechselwirkungen sind bei ihrer Anwendung selten. Diese gute Verträglichkeit bringt pflanzlichen Arzneimitteln bei der Behandlung zahlreicher Beschwerden entscheidende Pluspunkte ein.

Großer Nutzen, kleines Risiko

Dank hoher Wirksamkeit bei guter Verträglichkeit haben pflanzliche Arzneien ein sehr gutes Nutzen-Risiko-Verhältnis. Zu Deutsch: Der angestrebte Behandlungserfolg steht in einem günstigen Verhältnis zu möglichen unerwünschten Wirkungen.

Bessere Compliance

Der Begriff Compliance steht für die Bereitschaft des Patienten, bei seiner Behandlung aktiv mitzuarbeiten. Diese, möchte man meinen, müsste groß sein. Irrtum: Viele Patienten nehmen Medikamente, die vom Arzt verschrieben wurden, gar nicht oder nur unzureichend ein. In den meisten Fällen aus Angst vor den Nebenwirkungen. Eine schlechte Compliance schmälert nicht nur der Behandlungserfolg, sie ist auch mit einer der Gründe für die Kostenexplosion im Gesundheitswesen. Auch hier haben Phytopharmaka klar die Nase vorn: Bei ihnen ist die Compliance deutlich besser als bei synthetischen Arzneimitteln. Dies bescheinigen die Ergebnisse vieler Untersuchungen.

Lesen Sie mehr über pflanzliche Arzneimittel in unserer Serie Heilpflanzen für Herz und Gefäße.

Foto: © fovito / Fotolia
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