Rehabilitation schenkt Lebensjahre

Herzpatienten profitieren sehr von einer kardiologischen Rehabilitation: Laut Deutschem Herzbericht senkt sie langfristig das Risiko, an einem Herzinfarkt zu sterben.

Senioren beim Ausdauertraining in der Rehabilitation nach Herzerkrankung.

Deutschlandweit gehen rund 75.000 Menschen mit einer Herzkrankheit nach der akuten Behandlung in eine Rehabilitation. Unter den Patienten befinden sich auffällig mehr Männer als Frauen: etwa 57.400 von ihnen sind männlich und nur 17.600 weiblich. Der Grund dafür ist, dass die koronare Herzkrankheit, kurz KHK, deutlich mehr Männer als Frauen betrifft. Entsprechend sind drei Viertel aller Reha-Patienten Männer.

Überwiegend KHK-Patienten

Was das ungleiche Geschlechterverhältnis ebenso erklärt, ist: Die deutliche Mehrheit der Patienten in der kardiologischen Rehabilitation, nämlich 80 Prozent, leiden an einer KHK. Bei ihr handelt es sich um die häufigste und lebensbedrohlichste Erkrankung des Herzens. Viele der KHK-Patienten kommen nach einem akuten Herzinfarkt in die Reha-Klinik. Weitere der Betroffenen haben eine Bypass- oder Herzklappenoperation hinter sich.

Rehabilitation zielt auf Risikofaktoren ab

Im Fokus der kardiologischen Reha steht die Behandlung der Risikokrankheiten für Herzinfarkt und Schlaganfall. Dazu gehören allen voran Bluthochdruck und Diabetes, Adipositas und ein gestörter Fettstoffwechsel mit zu hohem LDL-Cholesterin und zu vielen Triglyceriden. Damit die Wirkung der Reha-Maßnahmen auch nachhaltig ist, heißt es für die Betroffenen natürlich auch: dauerhaft einen gesunden Lebensstil beibehalten. Nicht rauchen, sich ausreichend bewegen und gesund ernähren sind dabei die wesentlichen Eckpunkte. Wird dies befolgt, reduziert die Rehabilitation nachgewiesenermaßen die Sterblichkeit an Herzinfarkt.

Dranbleiben zählt

Um zu verhindern, dass die Reha-Patienten wieder in ihren alten Trott zurückfallen, gibt es inzwischen zahlreiche Angebote. Etwa Nachsorgeprogramme wie Herz- und Rehabilitationssportgruppen sowie zeitlich begrenzte und kardiologisch orientierte Reha-Programme; beispielsweise IRENA und KARENA der Deutschen Rentenversicherung. Diese Angebote können die Patienten nach der Reha weiter wirksam motivieren. Allerdings werden sie noch zu wenig genutzt, wie Prof. Dr. Axel Schlitt, Mitautor des aktuellen Herzberichts, bedauert. „Damit die Rehabilitation noch mehr Lebensjahre schenkt, bedarf es intensiverer Information über die Programme.“

Psychokardiologie immer bedeutender

Da die KHK mit Depressionen und Angststörungen einhergehen kann, nimmt die psychologische Betreuung einen bedeutenden Platz in der Rehabilitation ein. Laut Prof. Schlitt ist das „ein enorm wichtiger Aspekt, der den Zusammenhang von Herzerkrankungen und seelischem Befinden mehr und mehr ins Bewusstsein rückt.“ Das Konzept hat sich bewährt: Nach drei bis vier Wochen in der Reha-Klinik sind die Patienten psychisch wesentlich stabiler.

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Foto: © Halfpoint – Fotolia
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