So schwimmen Sie herzgesund

Bei der Hitze zieht es jeden ins kühle Nass. Als Herzpatient sollten Sie beim Schwimmen allerdings ein paar Dinge beachten.

Herzpatienten sollten beim Schwimmen einiges beachten.

Schwimmen ge­hört zu den gesündesten Sportarten und ist gerade jetzt bei diesen hohen Temperaturen ideal. Auch für Herz und Kreislauf. Al­ler­dings: Der Druck im Was­ser führt zu einer Um­ver­tei­lung des Blu­tes im Kör­per, auf die das Herz reagieren muss.

Dar­über soll­te man ins­be­son­de­re als Herzpatient Bescheid wissen, um eventuellen Problemen vorzubeugen. Dazu kann es unter anderem beim Ausstieg aus dem Wasser kommen.

Wie Schwimmen aufs Herz wirkt

Der hydrostatische Druck nimmt mit der Wassertiefe zu. Er sorgt dafür, dass das Blut aus den tiefer im Wasser befindlichen Körperteilen in die oberen Körperregionen gedrückt wird. Umgekehrt führt der plötzliche Wegfall des hydrostatischen Drucks beim Verlassen des Wassers dazu, dass dieses Blut zurück in die Beine und den Beckenbereich versackt. Das beläuft sich je nach Körperbau auf bis zu 400 Milliliter. Damit in dieser Situation der Blutdruck im Oberkörper und Kopf nicht zu stark abfällt, werden vom Herz-Kreislauf-System umgehend Gegenmaßnahmen in Gang gesetzt: Die Herzfrequenz steigt und in zahlreichen Gewebeabschnitten werden die Blutgefäße enger gestellt. Das erhöht den Strömungswiderstand und wirkt ebenfalls dem Blutdruckabfall entgegen.

Tipps für ungetrübten Badespaß

Herzpatienten sollten das Schwimmbecken nicht unmittelbar nach einer hohen Belastung verlassen, solange die Herzfrequenz noch nicht wieder zurückgegangen ist. Auf diese Weise führt der zusätzliche Frequenzanstieg beim Wegfall des hydrostatischen Drucks zu keinen unnötig hohen Werten.

Beim Ausstieg aus dem Wasser sollten Sie als Herzpatient noch einen anderen Punkt im Auge behalten. Denn grundsätzlich besteht die Möglichkeit, dass der erwähnte Blutdruckabfall beim Verlassen des Wassers nicht schnell genug ausgeglichen wird – dass also Herzfrequenz und Gefäßwiderstand nicht schnell genug steigen. In Folge dessen kann es einem beim Verlassen des Wassers schwindlig oder schwarz vor Augen werden. Um solche Schwindelbeschwerden zu vermeiden, kann man einfach langsamer aus dem Wasser steigen. Dafür kann sich beispielsweise ein allmählich bis ins Flache ansteigender Beckenbereich anbieten, über den man das Wasser gehend verlässt. Das Blut versackt dann nicht abrupt und das Herz hat für die Kreislaufumstellung mehr Zeit. Ebenso kann man auch einfach die ersten Stufen der Ausstiegsleiter bewusst langsam hochgehen.

Ein ebenfalls guter Tipp ist es, nach dem Verlassen des Beckens nicht stehen zu bleiben, sondern gezielt ein paar Schritte zu laufen und damit die sogenannte Muskelpumpe der Beine zu aktivieren. Gemeint ist damit, dass die Beinvenen bei jeder Kontraktion der umgebenden Muskulatur zusammengepresst werden und dadurch das Blut schneller weiterfließt. Aufgrund der Venenklappen, die mit ihrer Ventilfunktion das Blut nur in Richtung Herz durchlassen, erhöht sich somit der Rückfluss aus der unteren Körperhälfte. Wichtig: Wegen der Rutschgefahr auf nassem Boden sollte das Laufen in Schwimmbädern äußerst vorsichtig erfolgen.

Vorteilhafte Schwimmtechnik

Auch die richtige Schwimmtechnik hilft dem Herz. Denn je flacher man beim Schwimmen an der Wasseroberfläche liegt und je weniger die Beine damit herunterhängen, desto weniger Blut wird aus den Beinen in Richtung Brustraum gedrückt. Später beim Aussteigen aus dem Schwimmbecken kann so auch weniger Blut versacken. Ein möglichst horizontaler Schwimmstil hat außerdem den Vorteil, dass der Wasserwiderstand viel geringer ist. Dadurch kann man deutlich schneller schwimmen oder benötigt für dieselbe Strecke weniger Kraft.

Quelle: Deutsche Herzstiftung

Foto: © Robert Kneschke – Fotolia.com
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