Stimmt das Blutdruckhormon?

Bluthochdruck kann auf zu viel vom Blutdruckhormon Aldosteron beruhen. Deshalb sollten Patienten stets auf diese hormonelle Ursache hin untersucht werden.

Aldosteron Blutdruck Blutdruckhormon Blutdruckwerte Bluthochdruck Conn-Syndrom Diabetes Diagnose Herz-Kreislauf-Erkrankungen Hormon Nebennieren StudieBluthochdruck ist inzwischen eine Volkskrankheit – allseits bekannt. Weniger bekannt ist jedoch, dass die erhöhten Werte auch hormonelle Ursachen haben können. Nämlich dann, wenn der Körper zu viel Aldosteron, ein Blutdruckhormon, bildet.

Überschuss an Blutdruckhormon

24 Millionen Bundesbürger leiden unter Bluthochdruck. Bei etwa 500.000 von ihnen ist dafür ein Überschuss an Aldosteron verantwortlich. Ihre Nebennieren produzieren zu viel von diesem Hormon, das den Salz- und Flüssigkeitshaushalt des Körpers reguliert. Dadurch kommt es zu einer Überladung mit Salz und Bluthochdruck. Die krankhafte Mehrbildung des Blutdruckhormons heißt Hyperaldosteronismus oder Conn-Syndrom. Es kann mit einer Operation der Nebennieren oder Medikamenten erfolgreich behandelt werden.

Auf Conn-Syndrom untersuchen

Eine italienische Studie* zeigte, dass das Conn-Syndrom häufiger ist, als gedacht. An der sogenannten PATO-Studie (Primary Aldosteronism in Torino) nehmen 19 Hausarztpraxen teil. 1.672 ihrer Patienten mit Bluthochdruck wurden zwischen 2009 und 2014 auf die hormonelle Erkrankung untersucht. Wie sich herausstellte, waren sechs Prozent davon betroffen. Je stärker der Bluthochdruck ausgeprägt war, desto höher war die Wahrscheinlichkeit für das Conn-Syndrom. Zudem fanden die Forscher aus Turin heraus, dass die Conn-Patienten im Vergleich zu anderen mit zu hohen Blutdruckwerten häufiger an weiteren Herz-Kreislauf-Beschwerden erkrankt sind. Auch Diabetes tritt bei ihnen öfter auf.

Die Ergebnisse der PATO-Studie belegen eindeutig, wie wichtig es ist, bei zu hohem Blutdruck nach hormonellen Ursachen zu fahnden. Experten empfehlen deshalb, bei jedem Bluthochdruckpatienten mindestens einmal das Blutdruckhormon zu messen. Diese Untersuchung auf das Conn-Syndrom sollte routinemäßig erfolgen. Zumal die entgleisten Blutdruckwerte gut wieder in den Griff zu bekommen sind. Eine Chance, die auf keinen Fall durch eine zu ungenau betriebene Diagnose vertan werden darf …

* Monticone S. et al., Prevalence and Clinical manifestation of Primary Aldosteronism encountered in Primary Care Practice. JACC 2017, 69
Foto: © Minerva Studio / fotolia.com
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