Verkehrslärm bedroht unser Herz

Dramatische Erkenntnisse aus zahlreichen Studien: Der zunehmende Verkehrslärm sorgt für einen Anstieg an Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Er gilt bereits als eigenständiger Risikofaktor.

Verkehrslärm, vor allem auch durch Flugzeuge, sind ein Risikofaktor fürs Herz.

Lärm durch Flug-, Schienen- und Straßenverkehr ruft chronische Stressreaktionen hervor. Diese haben sehr schwerwiegende Konsequenzen. Denn sie begünstigen das Auftreten von Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Bluthochdruck, koronare Herzerkrankungen, Herzinfarkt und Schlaganfall. Aktuellen Schätzungen zufolge ist Verkehrslärm alleine in Europa jährlich für 18.000 vorzeitige Todesfälle, 1,7 Millionen Fälle von Bluthochdruck und 80.000 Klinikeinweisungen verantwortlich*. Erschreckende Zahlen …

Je lauter und häufiger, desto schlimmer

Studien der Universitätsmedizin Mainz zur Lärmwirkungsforschung belegen zudem, dass die durch Flug- und Schienenverkehr hervorgerufene Lärmbelästigung das Risiko abhängig von der Dosis erhöht**. Das gilt nicht nur für Herzerkrankungen wie beispielsweise Herzrhythmusstörungen, sondern auch für psychische Erkrankungen wie Depressionen und Angststörungen. Und sogar für ausgeprägte Veränderungen im Gehirn: insbesondere Nachtfluglärm verursacht Gefäßschäden im Gehirn, die sich negativ auf Hirnleistungen wie Lernen und Gedächtnis auswirken können.

Verkehrslärm ist ein neuer Risikofaktor

Diese Fakten lassen nur einen Schluss zu: Verkehrslärm muss als neuer bedeutender Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen gesehen und anerkannt werden. Er führt ebenso zu einer erhöhten Sterblichkeit wie etablierte andere Risikofaktoren, etwa Übergewicht. Vor diesem Hintergrund sind auch präventive Maßnahmen unerlässlich, um die Bevölkerung künftig vor den negativen gesundheitlichen Auswirkungen des Lärms besser zu schützen.

*Editorial von Mathias Basner: „Was tun gegen den Lärm?“; Dtsch Arztebl Int 2019; 116 (14): 235-6; DOI: 10.3238/arztebl.2019.0235
**Hahad O. et al. The cardiovascular effects of noise. Dtsch Arztebl Int 2019; 116 (14): 245-50; DOI: 10.3238/arztebl.2019.0245
Foto: © w. r. wagner – pixelio.de
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