Vorsicht vor Herzmuskelentzündung

Wer sich nach einem Infekt nicht schont, kann eine Herzmuskelentzündung bekommen. Sport und körperliche Belastungen also erst wieder voll auskuriert!

Schmuddeliges Herbstwetter und der Winter steht vor der Tür: jetzt ist wieder Hochsaison für grippale Infekte. Wer beruflich stark eingebunden oder sportlich sehr aktiv ist, hat jedoch oftmals Probleme damit, sich nach einem Infekt ausreichend zu schonen. Viel zu rasch belasten sich die Betroffenen wieder – auch wenn sie noch geschwächt oder gar noch krank sind. Das kann allerdings gefährlich für das Herz werden. Übrigens bei allen Infektionen, einerlei ob viral oder bakteriell. Auch ein vermeintlich banaler Magen-Darm-Infekt kann den Herzmuskel bedrohen.

Herzmuskelentzündung überwiegend durch Viren

Bei einer Myokarditis, wie die Herzmuskelentzündung medizinisch heißt, infizieren Viren im Rahmen einer Virusinfektion der Atemwege oder des Magen-Darm-Traktes auch den Herzmuskel. Virusinfektionen sind in Europa die häufigste Ursache einer Myokarditis. Daneben kommen auch andere Erreger und Erkrankungen als Auslöser in Frage, wie etwa Bakterien oder Pilze sowie Autoimmunerkrankungen. Mögliche Anzeichen der Entzündung sind allgemeine Schwäche, Herzrhythmusstörungen wie vermehrtes Herzstolpern, Luftnot und Brustschmerzen. Ein oder mehrere Symptome, die spezifisch für eine Myokarditis sind, gibt es leider nicht. Bei den genannten Beschwerden sollte immer der Hausarzt oder Kardiologe aufgesucht werden – besonders wenn sie im zeitlichen Zusammenhang mit einer Virusinfektion auftreten.

Abwarten und auskurieren

Grundsätzlich gilt bei viralen oder bakteriellen Infektionen: mit Sport und anderen körperlichen Belastungen auf jeden Fall warten, bis alle Symptome abgeklungen sind und man sich wieder wohlfühlt. Das gilt auch für Infekte, bei denen kein oder nur geringes Fieber auftritt. Auch solche leichten Infektionserkrankungen sind alles andere als banal. Denn wer sich dabei körperlich anstrengt, setzt sein Herz einer schweren Belastung aus. Die Folge dessen kann neben einer Myokarditis auch eine massive Herzschwäche sein. Im schlimmsten Fall droht der plötzliche Herztod, warnen Experten der Deutschen Herzstiftung.

Mehrere Monate konsequente Schonung

Eine ursächliche Behandlung der Herzmuskelentzündung gibt es noch nicht. Wen sie erwischt hat, muss sich auf alle Fälle über mehrere Monate konsequent schonen: viel Ruhe, keine körperliche Belastung, keinerlei Sport oder Ausdauertraining, wenn möglich Fahrstuhl statt Treppe. Dies gilt selbstverständlich auch für schwere körperliche Arbeit im Beruf. Neben körperlicher Schonung sollte eine Behandlung mit ACE-Hemmern und Betablockern erfolgen. Sobald sich die Herzfunktion wieder komplett erholt hat, darf sich der Patient schrittweise verstärkt körperlich belasten. Wann das soweit ist, muss durch spezielle Untersuchungen individuell abgeklärt werden.

Foto: © contrastwerkstatt – Fotolia

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