Wie weit runter mit dem Blutdruck?

Welcher Blutdruckwert sollte denn nun eigentlich angestrebt werden? Eine Frage, die internationale Experten bereits seit Längerem kontrovers diskutieren.

Wohin mit dem Blutdruckwert?

Die Deutsche Hochdruckliga und die European Society of Hypertension empfehlen: Bei über 60-Jährigen solle der systolische – also der obere – Blutdruckwert die 140 mmHg möglichst nicht überschreiten. Spätestens bei einem systolischen Druck von 160 mmHg oder höher müsse eine Behandlung mit Medikamenten erfolgen.

Neue US-Empfehlungen liegen drüber

Eine Untersuchung von US-Forschern kam jetzt zu einer anderen Ansicht (1): Ihr zufolge bringe eine Senkung des systolischen Drucks auf unter 140 mmHg nichts. Ein Vorteil für die Sterblichkeit sei nicht nachzuweisen, so das Fazit der Wissenschaftler. Entsprechend raten zwei Fachgesellschaften, das American College of Physicians und die American Academy of Family Physicians, nun: Bei älteren Menschen über 60 solle der systolische Blutdruck nur auf 150 mmHg gesenkt werden. Ausnahme seien Patienten, die einen Schlaganfall hatten oder unter Herz-Kreislauf-Erkrankungen leiden. Bei ihnen solle versucht werden, den Blutdruck auf unter 140 mmHg zu bringen.

Blutdruckwert weiter unter 140 mmHg

Die Deutsche Hochdruckliga vertritt eine andere Meinung: In der Altersgruppe über 60 solle unbedingt weiterhin ein Zielwert unter 140 mmHg angestrebt werden. Damit würden signifikant weniger kardiale Ereignisse wie ein Herzinfarkt und auch signifikant weniger Schlaganfälle auftreten, so die DHL.

(1) J. Weiss et al.: Benefits and Harms of Intensive Blood Pressure Treatment in Adults Aged 60 Years or Older: A Systematic Review and Meta-analysis. Annals of Internal Medicine 2017;doi: 10.7326/M16-1754

Quelle: Deutsche Hochdruckliga e. V.

Foto: © Andrey Popov- Fotolia.com

 

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