Zu hoher BMI: unser schweres Problem

Das „Fettleibigkeits-Paradoxon“ ist widerlegt und es bleibt dabei: je höher der BMI, desto größer das Risiko für Herz und Kreislauf.

Ist der BMI zu hoch?

Ach na ja, ein bisschen zu viel auf der Waage. Das ist ja nicht so schlimm. Nix da. Eine neue und sehr große Studie zeigt uns erneut, wie gefährlich Übergewicht ist*. Bereits ab einem BMI von 22 klettert das Herzrisiko gefährlich in die Höhe. Diese Untersuchung mit über 300.000 Teilnehmern zeigt ferner, dass auch mehr Bauchfett das Herz-Kreislauf-Risiko messbar erhöht. Fakt ist also: „Ein erhöhter BMI steht eindeutig mit einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten in Zusammenhang“, so der Aachener Kardiologe Prof. Dr. Nikolaus Marx.

Herzrisiko steigt ab einem BMI von 22

Bereits innerhalb der bislang als gesund erachteten BMI-Spanne von 18 bis 25 besteht ein Risikoanstieg. So das Ergebnis der Untersuchung, an der Probanden mit einem Durchschnittsalter von rund 55 Jahren und ohne kardiovaskuläre Erkrankungen teilgenommen hatten. Die Teilnehmer mit einem Body Mass Index zwischen 22 und 23 kg/m2 hatten das geringste Risiko. Darüber stieg es pro 5,2 kg/m2 um jeweils 13 Prozent an. Prof. Marx: „Das bedeutet, dass sogar innerhalb der bislang als gesund erachteten BMI-Spanne von 18-25 kg/m2 bereits ein Risikoanstieg zu verzeichnen ist.“ Ähnliche Ergebnisse brachte auch die Messung des Bauchumfanges: Verglichen mit einem Umfang von 74 und 83 Zentimetern stieg das Risiko bei Frauen pro 12,6 weitere Zentimeter um zehn Prozent, bei Männern sogar um 16 Prozent pro zusätzliche 11,4 Zentimeter.

Umstrittenes „Fettleibigkeits-Paradoxon“

In jüngster Zeit tauchten Meldungen auf, die suggerierten, dass Dicksein per se noch kein Problem sei. Manche unterstellten sogar, dass ein Zuviel an Leibesfülle gar schützend wirken könnte. Dies ist als ‚Fettleibigkeits-Paradoxon‘ bekannt. Doch das ist heftig umstritten und gilt – wenn überhaupt – „nur für die wenigsten Menschen und Patienten“, so Prof. Marx.

Fazit: „Wer seinen BMI zwischen 22 und 23 hält, kann sein Risiko, an einer Herzkrankheit zu leiden oder daran zu sterben, deutlich reduzieren. Zudem gilt: Je weniger Bauchfett sich ansammelt, desto geringer ist das Risiko einer zukünftigen Herzerkrankung.“

* “The impact of confounding on the associations of different adiposity measures with the incidence of cardiovascular disease: a cohort study of 296 535 adults of white European descent”, by Stamatina Iliodromiti et al. European Heart Journal. doi:10.1093/eurheartj/ehy057
Foto: © Jürgen Flächle – Fotolia.com

 

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