Bauchfett – gewichtiger Risikofaktor

In die Gesundheitsbilanz gehen nicht nur Menge, sondern auch Verteilung der überflüssigen Pfunde ein: Bauchfett hat sich am gefährlichsten entpuppt.

Frau überprüft ihren Bauchumfang: Bauchfett ist besonders gefährlich

Fett ist nicht gleich Fett: Eine wichtige Erkenntnis der Wissenschaft und eine, die nicht nur für die Art von Fett in unserer Nahrung zutrifft. Denn ganz entscheidend für unsere Gesundheit ist es auch, wo der Körper die Röllchen hinpackt. So weiß die Wissenschaft nämlich heute, dass Fett am Bauch wesentlich schädlicher ist als das Fett an den Oberschenkeln, den Hüften und am Po. Das haben Studien inzwischen übereinstimmend gezeigt.

Besser Birne

Was das Deponieren von Fett angeht, unterscheidet die medizinische Wissenschaft zwei Arten von Menschen: den Apfel- und den Birnen-Typ. Zum Apfel-Typ gehören all jene, bei denen sich die Polster am Bauch anlagern. Also alle, die so einen dicken Bierbauch haben; unabhängig davon, ob sie Bier trinken … Beim Birnen-Typ sammeln sich die überflüssigen Pfunde an Hüften und Po. Apfel-Typen gelten als gesundheitlich gefährdeter. Denn sitzen die Rettungsringe vor allem in Bauchhöhe, geht das mit einem höheren gesundheitlichen Risiko einher: Bauchbetonte Fettverteilung, so hat die Wissenschaft herausgefunden, bedroht die Gesundheit stärker als eine hüftbetonte.

Fettverteilung ist ausschlaggebend

Bislang wurde der Body-Mass-Index (BMI) zur gesundheitlichen Prognose herangezogen. Dieser erfasst jedoch nur das Verhältnis von Körpergröße zu Gewicht. Zukünftig wird auch das Verhältnis von Taillenumfang und Hüftumfang eine wichtige Rolle spielen. Denn es verrät, wie viel krankmachendes Fett im Bauch die Gesundheit bedroht. Schließlich schlummert das Fettgewebe zwischen den inneren Organen in der Leibesmitte keineswegs dick und rund vor sich hin. Ganz im Gegenteil ist es sehr aktiv. Es setzt fleißig in den Blutkreislauf frei, was wir gar nicht brauchen können: nämlich etwa schädliche Fettsäuren sowie Zytokine. Bei Letzteren handelt es sich um Stresshormone, die sehr gefährlich sein können. So vermögen sie unter anderem, Entzündungen in unserem Körper zu provozieren.

Risiko Bauchfett 2.0.

Durch das Zuviel an Bauchfett verändern sich auch der Fett- und Zuckerstoffwechsel. Beide sind eng mit dem Bauchspeicheldrüsenhormon Insulin verwoben. Dieser lebenswichtige Botenstoff hat die Aufgabe, Zucker aus dem Blut in die Körperzellen zu schleusen, damit diese daraus Energie gewinnen. Doch bei einem zu mächtigen Bauch kann das Hormon nicht mehr richtig wirken: Denn die Fettzellen bilden erwähnt ihrerseits auch Hormone, die Insulin in seiner Effizienz einschränken – je mehr Fettdepots am Bauch, desto weniger kann der Stoff der Bauchspeicheldrüse ausrichten. Dass seine Signale ungehört verhallen, liegt daran, dass die Zellen zunehmend weniger darauf reagieren. Ihre Empfangsorte, die Insulinrezeptoren, sind gewissermaßen immun geworden. Diese herabgesetzte Ansprechbarkeit auf Insulin heißt medizinisch Insulinresistenz.

Foto: © kegfire – Fotolia

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