Beeinflussen Darmbakterien unsere Hormone?

Viele Beschwerden stehen in Zusammenhang mit dem Darmmikrobiom. Nun mehren sich Hinweise, dass es offenbar auch auf die Hormone einwirkt.

Wir wirken sich Darmbakterien auf die Hormone aus?

Unser Darm gleicht einer großen Wohngemeinschaft: in ihm leben Milliarden von Mikroorganismen. Studien zeigen immer mehr, dass deren Zusammensetzung mit darüber entscheidet, ob jemand körperlich oder psychisch gesund oder krank ist und an Gewicht zulegt oder nicht.

Ob und wie das Darmmikrobiom auch den Haushalt unserer Hormone beeinflusst, wird derzeit intensiv erforscht.

Gleichgewicht der Hormone gestört

Im Fokus steht derzeit das Polyzystische Ovar-Syndrom (PCOS). Es betrifft rund zehn Prozent aller Frauen weltweit und führt unter anderem zu überhöhten Spiegeln an männlichen Geschlechtshormonen. Das verursacht eine zu betont männliche Körperbehaarung, Akne und Haarausfall. Zudem kann die Regelblutung unregelmäßig werden oder ganz ausbleiben. Frauen mit PCOS haben oft Fertilitätsprobleme, können also nicht schwanger werden, und sind häufig deutlich übergewichtig. Mikrobiomforscher der Universität Graz haben in einer großen Studie den Zusammenhang zwischen Darmbakterien und PCOS untersucht – mit erstaunlichen Ergebnissen*.

Denn die Zahl wie auch die Art der Bakterien korreliert mit den Symptomen und Hormonveränderungen bei PCOS. Aufgrund der Studienergebnisse ist davon auszugehen, dass die Zusammensetzung des Darmmikrobioms das Gleichgewicht der Hormone, in diesem Fall der Geschlechtshormone, stören kann.

*Lisa Lindheim et al.: Alterations in Gut Microbiome Composition and Barrier Function Are Associated with Reproductive and Metabolic Defects in Women with Polycystic Ovary Syndrome (PCOS): A Pilot Study. https://doi.org/10.1371/journal.pone.0168390
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