Bitterstoffe: wirksame Verdauungshelfer

Gegen viele Magen-Darm-Beschwerden ist ein Kraut gewachsen … Das gilt besonders für die Heilpflanzen, in denen viele Bitterstoffe enthalten sind.

Gelber Enzian vor Bergkulisse: Die Heilpflanze enthält Bitterstoffe, die Magen-Darm-Beschwerden wie Blähungen, Völlegefühl oder Appetitlosigkeit lindern. Die Pflanzenheilkunde kennt weitere Bittermittel wie Engelwurz, Galgant, Kalmus, Tausendgüldenkraut oder Wermut.

„Was bitter dem Mund, ist dem Magen gesund.“ Diese alte Feststellung der Volksmedizin hat inzwischen hinreichende Bestätigung gefunden – auch in wissenschaftlichen Untersuchungen. Pflanzen, die reichlich Bitterstoffe enthalten, machen sich nämlich bestens darin, Magen und Darm bei ihren wichtigen Aufgaben zu unterstützen. So bringen sie auch eine gestörte Verdauung wieder zurück in ihre gesunde Balance.

Was Bitterstoffe können

Die bitteren Inhaltsstoffe bestimmter Pflanzen – die deshalb auch Bittermittel genannt werden – unterstützen die Verdauung mit einem ganzen Portfolio an Wirkungen. Damit setzen sie ihre heilsamen Hebel an mehreren Stellen zugleich an. So aktivieren die Bitterstoffe ganz intensiv die Absonderung von Speichel. Das merken wir übrigens auch selbst daran, wenn wir etwas Bitteres zu uns nehmen: Dann zieht sich regelrecht die Schleimhaut im Mund zusammen. Mit mehr Speichel, der in den Magen-Darm-Trakt gelangt, wird die Verdauung verstärkt angekurbelt. Die bitteren Helfer sorgen zudem dafür, dass mehr Magensaft produziert wird. Das ist eine weitere sehr wirksame Maßnahme für die Verdauungsvorgänge. Denn mehr Magensaft verbessert den Abbau und die Verwertung der Nahrung; ganz besonders von Eiweiß. Weiterhin regen Bitterstoffe die Absonderung von Galle an und fördern so auch die Funktionen von Leber und Bauchspeicheldrüse.

Lesen Sie jetzt, welche die wirksamsten Bittermittel sind und was diese für uns tun. Präparate, die pflanzliche Bitterstoffe enthalten, besorgen Sie sich am besten in der Apotheke. Sie sind dort rezeptfrei erhältlich.

Engelwurz (Angelica archangelica L.)

Bereits einer ihrer Volksnamen, “Heiligenbitter”, deutet daraufhin, dass in der Engelwurz viele Bitterstoffe enthalten sind. So finden Tees sowie alkoholische Extrakte der Angelikawurzel erfolgreichen Einsatz als Magen-Darm-Mittel bei sogenannten “funktionellen und motilitätsbedingten Magen-Darm-Störungen, Gastritis, Magen- und Darmspasmen”. So lautet die offizielle Indikation dieses Bittermittels.

Galgant (Alpinia officinarum L.)

Galgant enthält neben Bitterstoffen reichlich ätherische Öle. Deshalb er besonders gerne bei entzündlichen Prozessen in Magen und Darm eingesetzt sowie zur Behandlung von Blähungen und Verdauungsschwäche.

Gelber Enzian (Gentiana lutea L., siehe Foto)

Bereits in einem der Kräuterbücher des Mittelalters steht zu lesen: “…Entzianwurzel und der safft darvon reynigen/seubern un nehmen hinweg allerlei verstopffung. Seind ein treffenliche Artzney und bekommen seer wol dem schwachen Magen”. Heute wissen wir warum der gelbe Enzian so “wol” tut: Sein hoher Gehalt an Bitterstoffen stärkt Magen und Darm, regt die Darmperistaltik sowie den Appetit an und hilft gegen Blähungen.

Kalmus (Acorus calamus L.)

Der Volksname “Magenwurz” verrät bereits, was das wichtigste Einsatzgebiet der Kalmuswurzeln ist: sämtliche Beschwerden rund um Magen und Darm. Verantwortlich dafür sind neben den Bitterstoffen ätherische Öle. Gemeinsam sorgen sie für die Anregung der Verdauung, gleichen die Bildung von Magensäure aus, aktiveren einen schwachen Darm und treiben Gasansammlungen aus.

Wermut (Artemisia absinthium L.)

Wer bereits einmal Absinth gekostet hat, weiß um den stark bitteren Geschmack des Wermuts. Schließlich stecken im Wermutkraut sehr viele Bitterstoffe, die es im Verbund mit den ebenso enthaltenen ätherischen Ölen zu einer nachhaltig wirksamen Hilfe bei allen Beschwerden im Verdauungsbereich machen. Wermut wirkt zudem entblähend und nimmt Völlegefühl wie Appetitlosigkeit.

Lesen Sie hier mehr aus unserer Serie “Heilpflanzen für die Verdauung”.

Foto: © Hans und Christa Ede / Fotolia
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