Chronischer Durchfall birgt Risiken

Chronischer Durchfall ist nicht nur äußerst unangenehm, sondern kann auch gesundheitliche Probleme mit sich bringen. Gefährdet sind vor allem Senioren.

Chronischer Durchfall birgt gesundheitliche Risiken.

Von Durchfall, medizinisch Diarrhö genannt, spricht man bei drei oder mehr sogenannten ungeformten Stuhlgängen pro Tag oder auch dann, wenn der Stuhlgang ungewöhnlich flüssig ist. Als anhaltend wird Durchfall dann bezeichnet, wenn er über zwei bis vier Wochen auftritt. Hält der Spuk dauerhaft über mehr als vier Wochen hinweg an, besteht schließlich chronischer Durchfall. Und der ist nicht ohne: er beeinträchtigt nicht nur das Wohlbefinden enorm, sondern zieht für den gesamten Organismus Konsequenzen nach sich.

Was chronischer Durchfall anrichtet

Bei Durchfall scheidet der Körper vermehrt Wasser und Mineralsalze (Elektrolyte) aus. Das bringt den Flüssigkeits- und Energiehaushalt des Köpers durcheinander: Vor allem bei chronischem und schwerem, akutem Durchfall besteht dabei die Gefahr der Austrocknung (Dehydratation). Prof. Dr. Bernhard Lembcke, Facharzt für Innere Medizin und Gastroenterologe in Frankfurt/M., warnt: „Der Elektrolyt- und Flüssigkeitsverlust kann den Kreislauf stark beeinträchtigen. Mögliche Folgen sind Ohnmacht und Verwirrtheitssymptome – bis hin zum Delir – oder Herzrhythmusstörungen. Auch das Risiko für Harnwegsinfekte oder eine Thrombose steigt. Gerade für Senioren sind diese Folgen nicht ungefährlich.“

Unbedingt Ursachen abklären

Chronischer Durchfall kann aus ganz unterschiedlichen Gründen auftreten. Eine der häufigsten Ursachen ist das sogenannte
Reizdarmsyndrom. Hier sind Durchfälle aber wesentlich milder und stellen keine Bedrohung dar. Ungefähr 10 bis 20 Prozent der Bevölkerung westlicher Industrienationen sind davon betroffen. Es äußert sich beispielsweise mitwiederkehrenden Durchfällen, Verstopfung, Bauchschmerzen und Blähungen. Auch die chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED) kommen als Auslöser von chronischem Durchfall infrage. Dazu gehören in erster Linie die beiden Erkrankungen Morbus Crohn und Colitis ulcerosa, die sich mit vielfältigen Symptomen äußern können, je nachdem, welcher Darmabschnitt betroffen ist und welche Form vorliegt. Daneben gibt es eine Reihe weitere Erkrankungen, die mit chronischem Durchfall einhergehen können. Bei der Abklärung müssen immer ganz unterschiedliche Faktoren in Betracht gezogen werden. So kann chronischer Durchfall durch viele verschiedene Medikamente ausgelöst werden. Auch Nahrungsmittelunverträglichkeiten, übermäßiger Alkoholkonsum, dauerhafte psychische Belastungen oder auch Tumorerkrankungen und eine Vielzahl an Entzündungen kommen in Betracht.

„Bei chronischem Durchfall ist es deshalb sehr wichtig, die Grunderkrankung oder zugrunde liegende Ursache ausfindig zu machen und gezielt zu behandeln”, so Prof. Lembcke. Daher sind – gerade auch bei Senioren – spezifische Untersuchungen bei chronischem Durchfall unabdingbar.

Unter www.gastro-liga.de steht Ihnen im Bereich „Unser Service“ eine Vielzahl an Broschüren zu unterschiedlichen Verdauungsthemen kostenlos zum Download zur Verfügung.

Quelle: Gastro-Liga e.V.

Foto: © animaflora / fotolia.com
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