Corona: was bei chronischer Darmentzündung wichtig ist

Corona grassiert und bedroht besonders Menschen mit chronischen Erkrankungen. Das betrifft auch alle mit chronischen Darmentzündungen. Das sollten Sie wissen.

Auch mit CED gibt es wegen Corona einiges zu beachten.

Das neue Coronavirus wird meist durch einen Abstrich aus den Atemwegen nachgewiesen. Doch auch in Stuhlproben wurde man bereits fündig. So rücken auch der Verdauungstrakt und der Darm in den Fokus. Zumal all jene mit einer chronischen Erkrankung zu den Risikogruppen für eine Infektion mit Corona gehören. Das gilt gerade für Patienten mit einer chronischen Darmentzündung, da diese oftmals sogenannte Immunsuppressiva einnehmen müssen. Diese schrauben die Aktivitäten des Immunsystems herunter und könnten so die Gefahr einer Corona-Infektion erhöhen. Entwarnung kommt nun durch aktuelle Daten von chinesischen Forschern. Ihr Land war bekanntlich als Erstes und ganz enorm mit dem neuen Virus konfrontiert.

Corona keine Gefahr bei Morbus Crohn & Co.

Die Analyse der Wissenschaftler aus China zeigt*, dass bisher kein Corona-Fall bei Patienten mit chronischer Darmentzündung erfasst wurde. Anfang Februar 2020 gab die chinesische CED-Gesellschaft offizielle Richtlinien für die Behandlung von Patienten mit chronischer Darmerkrankung in Zeiten von Corona heraus. Hier die wichtigsten Eckdaten.

Potenziell gefährdete Patienten

  • Patienten mit chronischer Darmentzündung, die Immunsuppressiva bekommen
  • ältere Patienten mit chronischer Darmentzündung
  • Patienten mit chronischer Darmentzündung, die häufig die Klinik aufsuchen müssen
  • Patienten mit chronischer Darmentzündung, die noch an weiteren Erkrankungen wie Diabetes und Bluthochdruck leiden
  • Schwangere mit chronischer Darmentzündung

Medikamentöse Behandlung

  • derzeitige Behandlung beibehalten, wenn die Erkrankung stabil ist. Bei einem Krankheitsschub sollte der Arzt kontaktiert werden.
  • die Behandlung mit Mesalazin fortführen, da dieses das Infektionsrisiko nicht erhöht.
  • Kortikosteroide weiterhin verwenden, aber verstärkt auf mögliche Nebenwirkungen achten.
  • eine neue Verschreibung von Immunsuppressiva oder eine Dosiserhöhung der bereits verwendeten Immunsuppressiva ist in epidemischen Gebieten nicht empfohlen.
  • Biologika wie TNF-Hemmer Infliximab und Adalimumab weiterhin anwenden.
  • Tofacitinib in epidemischen Gebieten nicht neu verschreiben; es sei denn, es gibt keine Alternative.
  • wenn Biologika nicht zugänglich sind, könnte auf enterale Ernährung zurückgegriffen werden.
*Chen M. H. et al. Chinese Society of IBD, Chinese Elite IBD Union; Chinese IBD Quality Care Evaluation Center Committee. Implications of COVID-19 for patients with pre-existing digestive diseases. Lancet Gastroenterol Hepatol. 2020 Mar 11. pii: S2468-1253(20)30076-5. doi: 10.1016/S2468-1253(20)30076-5.
Foto: © fotoART by Thommy Weiss / pixelio.de
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