Gründliche Darmspülung für bessere Früherkennung

Nur ein sauberer Darm gewährleistet genaue Ergebnisse einer Darmspiegelung. Gründliche Darmspülung im Vorfeld ist deshalb unerlässlich – im eigenen Interesse.

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Je sauberer der Darm, desto weniger stört bei seiner Untersuchung mit dem Endoskop. Desto aussagekräftiger ist damit auch die Darmspiegelung. Sie ist inzwischen ein anerkanntes Verfahren zur Erkennung bereits früher Stadien von Dickdarmkrebs – aus der Krebsvorsorge nicht mehr wegzudenken. Die Darmspülung zur Vorbereitung auf die Untersuchung ist, obwohl unbeliebt, enorm wichtig. Wie sehr, zeigen auch Studien.

Darmspülung verteilen

Ist der Dickdarm nicht optimal vorbereitet – nämlich gut gespült – lassen sich die Strukturen der Darmwand nicht verlässlich beurteilen. Darmpolypen wie Adenome, die zu bösartigen Krebsgeschwüren werden können, bleiben dann möglicherweise unentdeckt. Am besten ist es, den Darm an zwei Tagen nacheinander zu spülen. Das heißt, das Trinken der Spüllösung erfolgt am Abend vor und am Morgen der Untersuchung. Wie eine Auswertung von 47 Studien zeigt, sorgt dieses Verteilen auf zwei Tage für die besten Ergebnisse*: Damit konnten deutlich mehr Vorstufen von Darmkrebs, Adenome, entdeckt und entfernt werden. Zudem kommen die Patienten mit der geteilten Version am besten zurecht.

Was rauskommt, zählt

Das können Sie zur Vorbereitung auf die Darmspiegelung wörtlich nehmen. Je mehr aus Ihrem Darm herauskommt (abgeführt ist), desto besser kann er wie eben dargestellt gecheckt werden. Keine Frage, die Spüllösung zum Abführen ist alles andere als ein Genuss. Um sie leichter runter zu bekommen, helfen ein paar Tricks. Lösen Sie das Pulver mit Wasser wie beschrieben in einem Gefäß auf und stellen dieses für etwa eine halbe Stunde in den Kühlschrank. Eiskalt getrunken tritt der Geschmack der Lösung in den Hintergrund, was sehr hilfreich ist.

Viel trinken

Parallel zur Spüllösung sollten Sie reichlich zusätzliche Flüssigkeit zu sich nehmen. Dazu empfehlen sich Fruchtsäfte, die einen intensiven und süßen Geschmack haben; beispielsweise Mango-, Maracuja- oder Pfirsichsaft. Achten Sie bei der Auswahl jedoch auf die Farbe des Fruchtsaftes: rot ist tabu. Denn dabei besteht die Gefahr der Verwechslung mit Blut bei der Untersuchung. Wichtig ist auch, dass der Saft keine Fruchtstücke, also kein Fruchtfleisch enthält. Das kann die Sicht im Darm später nämlich auch behindern. Noch ein Tipp, wenn Sie die Spüllösung partout nicht runter kriegen: Mischen Sie sie mit Fruchtsaft. Die abführende Wirkung wird davon nicht beeinträchtigt.

Zeitplan:

  • Vier Tage vor der Darmspiegelung kein ballaststoffreiches Gemüse und keine Vollkornprodukte mehr.
  • Am Tag vor der Untersuchung eine klare Suppe mit Weißbrot zum Mittagessen. Danach keine feste Nahrung mehr, nur noch trinken.
  • Am frühen Abend die erste Dosis der Spüllösung trinken. Dazu reichlich andere Flüssigkeit zuführen.
  • Am Morgen vor der Untersuchung nehmen Sie die zweite Dosis der Lösung ein. Am besten gleich nach dem Aufstehen, idealerweise drei Stunden vor dem Termin zur Darmspiegelung.
* Martel M. et al. Gastroenterology 2015; 149: 79 – 88.
Foto: © Syda Productions / Fotolia
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