Finger weg vom Verdauungsschnaps!

Ein Verdauungsschnaps gehört für viele zum guten Essen dazu, zumal an Feiertagen. Aus medizinischer Sicht sollten wir besser darauf verzichten.

In Ehren? Verdauungsschnaps bringt nichts.

Und jetzt ein Schnäpschen zur Verdauung. Nach all dem leckeren Schlemmen ist das doch jetzt genau das Richtige … Ist es nicht, weshalb Gastroenterologen auch davon abraten. Denn ein Verdauungsschnaps bewirkt das Gegenteil dessen, was wir uns von ihm erwarten.

Verdauungsschnaps ist hinderlich

Statt die Verdauung zu fördern, bremst Alkohol sie vielmehr aus. Das gilt für Hochprozentiges ebenso wie für Wein und Bier. Denn alkoholische Getränke sorgen dafür, dass sich der Magen langsamer entleert. Der Grund dafür – so die derzeitige Annahme der Medizin – ist wahrscheinlich, dass Alkohol jene Nerven im Verdauungstrakt blockiert, welche die Peristaltik steuern und anregen. Bei der Peristaltik handelt es sich um feinabgestimmte Muskelbewegungen, die den Speisebrei von der Speiseröhre bis zur Endstation unserer Verdauung schleusen. Sind diese verlangsamt, kommt es unter anderem zu Verstopfung und Völlegefühl. Gerade von letzterem sollte der Verdauungsschnaps uns ja eigentlich befreien … Jedwede wie auch immer positiv gefühlte Wirkung nach dessen Genuss beruht lediglich auf einem Placebo-Effekt, wie uns Gastroenterologen aufklären.

“…tausend Schritte tun”

Ein alter Spruch besagt: „Nach dem Essen sollst du run oder tausend Schritte tun“. Entscheiden Sie sich für die Schritte. Denn ein Spaziergang nach dem Essen ist die beste Methode, um all das viele Essen möglichst rasch weiter zu transportieren und somit zu verdauen. Beim Gehen kommt nämlich auch die Bauchdecke mit in Bewegung. Das wiederum stimuliert die Schrittmacherzellen im Magen, die der Peristaltik Beine machen.

Neben dem Verdauungsspaziergang danach kann ein Aperitif vor dem Essen die Verdauung unterstützen. Allerdings nicht jeder aus dem reichhaltigen Angebot. Empfehlenswert sind Portwein, Prosecco und besonders Sherry. Denn diese alkoholischen Getränke enthalten Bitterstoffe. Sie kurbeln bekanntlich die Produktion von Magensäure und so auch die Verdauungsaktivitäten an. Der Effekt beruht also nicht auf dem Alkohol, sondern auf den Bitterstoffen. Was die angeht, können Sie sich auch einen Espresso gönnen. In dem stecken sie nämlich auch drin.

Foto: © Birgit Frohn
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