Großer Bauchumfang, hohes Darmkrebsrisiko

Zugleich mit dem Bauchumfang nimmt das Risiko für Darmkrebs zu. Denn je mehr Bauchfett, desto mehr Adenome – gefährliche Krebsvorstufen.

Je größer der Bauchumfang, desto höher ist das Risiko für Darmkrebs.

Körpergewicht und BMI sind gängige Parameter, um zu bestimmen, ob eine Person Normalgewicht oder Übergewicht aufweist. Allerdings sagen die beiden Parameter nichts über die Fettverteilung im Körper aus. Die Verteilung des Fettes im Körper spielt jedoch eine entscheidende Rolle dafür, wie gesundheitsschädlich etwaiges Übergewicht ist.

Insbesondere Bauchfett kann gefährlich sein. Allerdings muss bei einem großen Bauchumfang auch bestimmt werden, wo sich das Fett genau befindet – zwischen den Bauchorganen (viszeral) oder unter der Haut (subkutan).

Mehr Adenome bei dickerem Bauch?

Die Ergebnisse mehrerer Untersuchungen zeigen, dass die viszeralen Fettdepots im Bauchraum und um die inneren Organe besonders ungünstig sind. Denn sie wirken sich negativ auf den Stoffwechsel aus. Hingegen sind subkutane Fettpolster an Hüften, Po und Oberschenkeln weniger gefährlich für die Gesundheit. Wissenschaftler aus Seoul in Südkorea prüften nun, ob die Fettverteilung im Bauchraum in Zusammenhang mit der Anzahl an entdeckten Adenomen bei einer Darmspiegelung steht. Adenome sind Krebsvorstufen für Darmkrebs. Finden sich Adenome bei einer Darmspiegelung, werden sie unmittelbar entfernt, um so der Entstehung einer Darmkrebserkrankung vorzubeugen.

Bauchumfang klar mit entscheidend

Mithilfe von bildgebenden Verfahren wie der Computertomographie lässt sich die Fettverteilung ermitteln. Das nutzten auch die südkoreanischen Forscher. In ihrer Studie* deckten sie auf, dass der Anteil des viszeralen Fettgewebes eine eindeutige Rolle für das Aufkommen und die Anzahl an Adenomen im Darm spielt. Personen mit den Krebsvorstufen hatten einen größeren Bauchumfang als jene ohne Adenome. Zudem ist das Verhältnis von viszeralem zu subkutanem Fettgewebe bei den Personen mit Adenomen größer als bei den anderen. Interessanterweise hat der Bauchumfang bei Männern einen größeren Einfluss auf das Darmkrebsrisiko. Daher ist es für Männer mit viel Fett zwischen den Bauchorganen besonders wichtig, regelmäßig Darmspiegelungen zur Erkennung von Darmkrebsvorstufen durchzuführen.

*Kang H. et al. Abdominal fat distribution measured using computed tomography is associated with an increased risk of colorectal adenoma in men. Medicine (Baltimore). 2017 Sep;96(37):e8051. doi: 10.1097/MD.0000000000008051.
Foto: © bacalao / fotolia.com

 

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