Häufiger Harnsteine bei Morbus Crohn

Menschen mit Morbus Crohn haben erheblich häufiger als andere Harnsteine: Das Risiko, daran zu erkranken, ist um das Zigfache höher.

Harnsteine

Morbus Crohn gehört mit zu den chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen. Er geht typischerweise mit Durchfall, Bauchschmerzen sowie Blut und Schleim im Stuhl einher. Weitere charakteristische Symptome sind chronische Gelenkbeschwerden, deren Ursache nicht geklärt werden kann, sowie Eisenmangel. Bei schweren Krankheitsschüben kann es zudem zu starkem Fieber kommen. Morbus Crohn kann überall im gesamten Verdauungstrakt auftreten: angefangen von der Mundschleimhaut bis hinunter zur Schleimhaut im Dickdarmausgang, dem After. Ebenso wie Colitis ulcerosa ist diese Darmerkrankung bislang nicht heilbar.

Harnsteine: häufigste Komplikation

Wer unter Morbus Crohn leidet, hat – gut nachvollziehbar – meist eine deutlich herabgesetzte Lebensqualität. Was er ebenfalls hat, ist ein sehr großes Risiko für Harnsteine: Es ist im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung 10- bis 100-fach erhöht. Dies hat eine aktuelle Analyse ergeben*. Die Crohn-Patienten, bei denen Harnsteine festgestellt wurden, waren im Durchschnitt 45 Jahre alt. Knapp zwei Drittel der Betroffenen waren männlich. In den meisten Fällen handelte es sich um Kalzium-Oxalat-Steine. Besonders häufig von Harnsteinen betroffen sind Patienten mit mehrfachen Darmoperationen. Weiterhin interessant: Die Steine treten vier bis sieben Jahre nach der Crohn-Diagnose im Harntrakt auf. Wie diese Untersuchung zeigte, sind Harnsteine bei Morbus Crohn die häufigste Komplikation außerhalb des Verdauungstraktes.

Gründe (noch) unklar

Warum Crohn-Patienten so überdurchschnittlich häufig an Harnsteinen leiden, ist derzeit noch nicht bekannt. Einerlei: Für Ärzte und Betroffene ist es sehr wichtig zu wissen, dass dieses gesteigerte Risiko besteht. So sind nun bei Schmerzen im Unterleib, wiederkehrenden Harnwegsinfekten oder gestörten Nierenfunktionen immer auch Harnsteine als Auslöser in Betracht zu ziehen.

*Gaspar S.R. et al.: Urolithiasis and Crohn’s disease. Urol Ann 2016; 8: 297-304
Foto: © underdogstudios / fotolia.com

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