Kurzkettige Fettsäuren unterstützen Dialyse

Hoffnung für Dialyse-Patienten: dank kurzkettiger Fettsäuren haben sie weniger Entzündungen sowie oxidativen Stress und mehr Lebensqualität.

Dialyse - wenn die Nieren schlapp machen.

Rund 80.000 Menschen in Deutschland müssen regelmäßig zur Dialyse. Diese künstliche Blutwäsche ist dann nötig, wenn die Nierenfunktion stark eingeschränkt ist oder die Nieren völlig versagen. Bei der Dialyse wird das Blut eines Menschen von giftigen Stoffwechselprodukten gereinigt, weil die Nieren dazu nicht mehr in der Lage sind. Doch trotz besserer Verfahren und Begleitbehandlung mit Medikamenten bleibt bei sehr vielen Betroffenen die Gesundung aus. “Die Sterberate der Patienten ist mit jährlich rund 20 Prozent bis heute erschreckend hoch”, so Prof. Dr. August Heidland, ehemaliger Leiter der Abteilung für Nephrologie der Medizinischen Universitätsklinik und des Kuratoriums für Heimdialyse in Würzburg.

Kurzkettige Fettsäuren wirken mehrfach

Die regelmäßige Einnahme von kurzkettigen Fettsäuren schwächt bei den niereninsuffizienten Patienten Entzündungen im Körper ab. Zudem reduziert sie oxidativen Stress. Dabei sind zu viele der schädlichen freien Radikale vorhanden, die der Körper nicht mehr “einfangen” kann. Die Folge: Der Körper greift seine eigenen Zellen an. Die permanent erhöhten Entzündungswerte im Organismus und der Angriff auf die eigenen Zellen schädigen das Herz-Kreislauf-System und führen zu Muskelabbau, Blutarmut und verminderter körperlicher Leistungsfähigkeit. Kurzkettige Fettsäuren verlangsamen diesen fatalen Prozess.

Klar bessere Werte bei Dialyse-Patienten

Im Zuge der Untersuchung nahmen die Patienten über drei Monate hinweg zweimal täglich 500 Milligramm Natriumpropionat als Ergänzung zur Nahrung ein. Natriumpropionat ist in Deutschland unter dem Handelsnamen Propicum erhältlich. Die Wissenschaftler untersuchten das Blut der Teilnehmer zu Beginn, zur Halbzeit, am Ende sowie vier Wochen nach Abschluss der Behandlung. Die Ergebnisse waren laut Studienleiter Prof. Heidland verblüffend. Denn die Blutwerte verbesserten sich deutlich. Der Wert des C-reaktiven Proteins (CRP), das Entzündungen im Körper anzeigt, sank um rund die Hälfte (minus 46%). Auch andere wichtige Entzündungsparameter gingen deutlich zurück. Zugleich erhöhte sich ein entzündungshemmender Botenstoff während der Behandlung mit Natriumpropionat: um durchschnittlich 71%. Zwei besonders gefährliche im Darm gebildete Urämie-Gifte (Indoxylsulfat und p-Cresolsulfat) gingen ebenso signifikant um bis zu 50% zurück. Diese spielen für die systemische Entzündung eine wichtige Rolle und werden für die Schädigung des Herz-Kreislauf-Systems verantwortlich gemacht.

Weniger oxidativer Stress, bessere Lebensqualität

Auch beim oxidativen Stress fanden die Forscher positive Ergebnisse: Hier sanken die Parameter, die diesen im Körper anzeigen, um rund 30%. Der Eisen-Stoffwechsel verbesserte sich ebenfalls. Die Patienten der Pilotstudie hatten insgesamt eine bessere Lebensqualität und körperliche Funktionsfähigkeit sowie mehr Vitalität. Außer gelegentliches Völlegefühl traten keine relevanten Nebenwirkungen auf. Dialyse-Patienten profitieren mithin deutlich von der Einnahme kurzkettiger Fettsäuren. Auch besonders deshalb, weil sie die empfohlene Zufuhr von Ballaststoffen meist nicht erreichen. Denn wegen des hohen Gehalts an Kalium und Phosphat dürfen sie Ballaststoffe und Obst nur eingeschränkt zu sich nehmen.

Quelle: Flexopharm Brain

Foto: ©Flexopharm Brain
Tagged , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , . Bookmark the permalink.

Comments are closed.