Mikroskopische Colitis – an sich unsichtbar

Die mikroskopische Colitis gehört mit zu den chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen. Sie ist allerdings erst in den letzten Jahren breiter bekannt geworden.

Frau am Mikroskop: nur so ist die mikroskopische Colitis zu erkennen.

Das Besondere an dieser Darmerkrankung ist nicht nur, dass sie gewissermaßen eine Neuentdeckung ist. Sie ist zudem eigentlich unsichtbar. Denn anders als ihre Namensschwester, die Colitis ulcerosa, kann man sie nicht mit bloßem Auge entdecken. Erst unter dem Mikroskop gibt sie sich zu erkennen. Auf diesem Umstand gründet auch ihre Bezeichnung.

Auf dem Vormarsch

Die Zahl jener, die eine mikroskopische Colitis haben, hat in den letzten Jahrzehnten deutlich zugenommen. Die Häufigkeit dieser chronisch-entzündlichen Erkrankung des Dickdarms ist inzwischen vergleichbar mit der von Morbus Crohn und Colitis ulcerosa. Die absolute Mehrheit der Betroffenen ist weiblich: das Verhältnis Frauen und Männer beträgt achtzig zu zwanzig. Typisch ist zudem das Auftreten im Alter zwischen fünfzig und sechzig Jahren.

Starke chronische Durchfälle

Im Unterschied zu den anderen beiden CED haben es die Betroffenen auf den ersten Blick „nur“ mit einer Beschwerde zu tun. Diese Gänsefüßchen sind ganz bewusst gesetzt. Denn das wichtigste Symptom der mikroskopischen Colitis ist wässriger Durchfall. Keineswegs ab und an oder einmal am Tag: Die Durchfälle sind chronisch und können in extremen Fällen bis zu zwanzigmal (!) täglich auftreten. Das Volumen an Stuhl, den die Patienten dabei ausscheiden, beträgt durchschnittlich bis zu 1.500 Milliliter pro Tag. Die andauernden Durchfälle führen bei vielen, ganz logisch, zur unfreiwilligen Gewichtsabnahme. Bei einer Reihe der Patienten addieren sich noch Schmerzen im unteren Bauchraum zu den Symptomen.

Dass die Betroffenen eine deutlich verminderte Lebensqualität haben, verwundert nicht. Immer wieder Durchfall, Tag für Tag und dazu oft noch Schmerzen … Wie sehr diese Patienten leiden, zeigen auch Untersuchungen zur Erfassung der Lebensqualität.

Was mikroskopische Colitis verursacht

Darauf gibt es bis jetzt keine eindeutigen Antworten – ebenso wie bei den beiden anderen chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen Morbus Crohn und Colitis ulcerosa. Vermutet wird, dass es mehrere verschiedene Ursachen gibt: das die mikroskopische Colitis also multifaktoriell bedingt ist. Zahlreiche Befunde deuten jedenfalls inzwischen daraufhin, dass bei der Entstehung dieser Erkrankung autoimmune Reaktionen eine Rolle spielen könnten. Das bedeutet, das Abwehrsystem greift fälschlicherweise körpereigenes Gewebe an – in diesem Fall die Schleimhaut des Dickdarms. Interessanterweise haben die Patienten zusätzlich zur mikroskopischen Colitis oft auch andere Autoimmunerkrankungen. Weiterhin gibt es Hinweise, dass die Einnahme von nichtsteroidalen Antirheumatika, kurz NSAR, das Risiko für die mikroskopische Colitis erhöht. Das  gilt auch für andere Medikamente: Magensäureblocker (PPI), Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer (SSRI), die zu den Antidepressiva gehören, sowie Betablocker, häufig eingesetzte Herz-Kreislauf-Mittel. Nicht zuletzt ist auch das Rauchen ein bedeutsamer Risikofaktor.

Lesen Sie in Kürze auf Journal Magen-Darm, wie die mikroskopische Colitis sicher erkannt und behandelt wird.

Foto: © LIGHTFIELD STUDIOS – Fotolia

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