Morbus Crohn – nicht nur im Darm

Die chronisch-entzündliche Darmerkrankung Morbus Crohn quält die Betroffenen vor allem mit Durchfällen. Doch nicht immer ist nur der Darm betroffen.

Aufgebrauchte Rolle Toilettenpapier: Schwerer, lang anhaltender Durchfall ist eine Charakteristik von Morbus Crohn.Morbus Crohn tritt in Schüben und mit verschiedenen Beschwerden in Erscheinung. Typisch sind allen voran Durchfall, Bauchschmerzen sowie Schleim im Stuhl, in seltenen Fällen auch Blut. Darüber hinaus gehen Blähungen, Fieberschübe, Übelkeit – begleitet von Erbrechen – und Appetitlosigkeit oft damit einher. Durch die Durchfälle und die eingeschränkte Nährstoff-Aufnahme kann es zu Gewichtsverlust und Abgeschlagenheit kommen. Auch Mangelerscheinungen, beispielsweise Vitamin B12– oder Eisenmangel, sind möglich.

Charakteristisch für die Krankheit sind Entzündungen im Verdauungstrakt. Mitunter ist Morbus Crohn aber auch mit Entzündungen einzelner Gelenke verbunden. Gehen also beispielsweise Gelenkbeschwerden mit den typischen Crohn-Symptomen einher, sollten Patienten dies ihrem Arzt mitteilen. Auch eine vermehrte Neigung zu Aphthen, kleinen Entzündungsherden in der Mundschleimhaut, ist möglich.

Im gesamten Verdauungstrakt

Anders als die häufigste chronisch-entzündliche Darmerkrankung, die Colitis ulcerosa, ist Morbus Crohn nicht auf nur einen Darmbereich beschränkt. Die Entzündungen können überall im gesamten Verdauungstrakt zu finden sein: angefangen vom Mund bis hinunter zum Dickdarmausgang, dem After. Besonders häufig ist allerdings der letzte Abschnitt des Dünndarms (terminales Ileum) betroffen. Darüber hinaus sind die Entzündungen meistens nicht nur oberflächlich auf die Schleimhäute begrenzt, sondern können bis tief ins Gewebe, beispielsweise die Darmwand, hineinreichen. Dadurch entstehen typische Komplikationen wie Fisteln, Fissuren und Abszesse.

Ob es sich um einen Morbus Crohn handelt oder nicht, stellt der Gastroenterologe anhand von Blutuntersuchungen und vor allem mittels endoskopischer Untersuchung des gesamten Verdauungstraktes fest. Neben der Magen– und Darmspiegelung kommen manchmal auch spezielle Verfahren zur Untersuchung des Dünndarms zum Einsatz, etwa die Doppelballon- oder die Kapselendoskopie.

Was Morbus Crohn begünstigt

Die eigentlichen Gründe dafür, warum jemand an dieser Erkrankung leidet, sind bislang ungeklärt. Bekannt sind einige Risikofaktoren. Auf dieser Liste stehen unter anderem Antibiotika-Behandlungen in der Kindheit. Wer diese Medikamente in jungen Jahren eingenommen hat, ist deutlich gefährdeter für diese chronisch-entzündliche Darmerkrankung. Ein ebenfalls sehr bedeutsamer Risikofaktor ist das Rauchen.

Ein weiterer möglicher Grund ist zu viel Hygiene. So gibt es in Südostasien und Afrika erheblich weniger Menschen mit Morbus Crohn. Bei uns und in anderen industrialisierten Ländern mit einem hohen Hygienestandard nimmt diese Krankheit jedoch stetig zu. Als Ursache für diesen erheblichen Unterschied wird unser großes Bemühen um Sauberkeit und Hygiene angesehen. Denn Kinder kommen heute in unseren Breiten nur noch mit sehr wenig Keimen in Kontakt. Ihr Immunsystem ist deshalb deutlich weniger mit möglichen schädlichen Angreifern konfrontiert. In Folge dessen hat es keine Chance, ausreichend zu lernen und sich zu seiner vollen Stärke und Schlagkraft auszubilden. Dies macht dann auch anfälliger für Erkrankungen – wie eben auch Morbus Crohn.

Lesen Sie auf Journal Magen-Darm auch, wie Morbus Crohn behandelt wird.

Foto: © M. Schuppich – Fotolia

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