Mutter mit Darmentzündungen

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen sind eine schwere Belastung mit weitreichenden Auswirkungen. Was hat eine davon betroffene werdende und stillende Mutter zu beachten?

Schwangere: was eine Mutter mit CED zu beachten hat.

Colitis ulcerosa, Morbus Crohn, mikroskopische Colitis – jede dieser chronischen Darmentzündungen setzt die Lebensqualität derer, die darunter leiden, erheblich herab. Angesichts ihrer Beschwerden ist das kein Wunder. Plötzlich auftretender, mitunter sehr starker Durchfall, Schmerzen und Krämpfe im unteren Bauchbereich … Nur einige der Probleme, mit denen die Patienten konfrontiert sind und das oftmals tagtäglich. Dass CED, wie chronisch-entzündliche Darmerkrankungen abgekürzt heißen, nicht heilbar sind, macht die Sache nicht eben einfacher.

Und jetzt Mutter

Der lang gehegte Kinderwunsch ist endlich in Erfüllung gegangen oder es war ganz ungeplant: Fakt ist, sie werden Mutter. Das ist wunderschön, herzlichen Glückwunsch. Doch da gibt es Ihre chronische Darmerkrankung. Verschlechtert sich die etwa durch die Schwangerschaft und was ist mit den Medikamenten, die einzunehmen sind? Und was ist mit dem Stillen; darf ich das als CED-Patientin überhaupt? Die Unsicherheit, wie mit einer CED umzugehen ist, nimmt verständlicherweise zu, wenn neues Leben entsteht und von Geburt an optimal umsorgt sein soll.

Die wichtigsten Eckdaten

Die Antworten auf die wichtigsten Fragen als Mutter mit einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung haben wir hier für Sie zusammengestellt.

  • Der Verlauf der Schwangerschaft wird durch eine CED nicht negativ beeinflusst. Auch für Fehlgeburten ist das Risiko nicht erhöht.
  • Der Verlauf der CED wird durch eine Schwangerschaft in der überwiegenden Mehrheit der Fälle nicht nachteilig beeinflusst – weder auf die Aktivität der Erkrankung noch auf die Erhaltung der Remission, der Beschwerdefreiheit. Die Risiken sind insgesamt wie bei gesunden Schwangereren.
  • Vorangegangene Darmoperationen aufgrund der Erkrankung haben keinen negativen Einfluss auf die Schwangerschaft und das Wohl des Kindes. Wenn es möglich ist (bei einer geplanten Mutterschaft) sollte zwischen der Operation und der Befruchtung ein Zeitraum von 6 Monaten liegen.
  • Untersuchungen wie Magen- und Darmspiegelungen sowie Ultraschalluntersuchungen sind während der Schwangerschaft gefahrlos möglich. Röntgenuntersuchungen und eine Kapselendoskopie sollten jedoch nicht erfolgen; nur in Notfallsituationen.
  • Ob und welche Medikamente zur Behandlung der CED von der Mutter eingenommen werden dürfen, lässt sich nicht allgemeingültig beantworten. Deshalb sollte sich die Schwangere stets von den betreuenden Frauenärzten und Internisten beziehungsweise Gastroenterologen beraten lassen. So können die möglichen Risiken der medikamentösen Therapie individuell abgewogen werden. Dabei ist zu berücksichtigen, dass eine erhöhte Aktivität der CED das Ungeborene mehr gefährden kann als mögliche Nebenwirkungen von Medikamenten.
  • Ob Stillen möglich ist, hängt von der Behandlung der erkrankten Mutter ab. Während der Einnahme von Kortison- und 5-ASA-Präparaten können Kinder gestillt werden. Das gilt auch bei immunmodulierenden Medikamenten wie etwa Cyclosporin. In jedem Fall sollte die Mutter wie auch in der Schwangerschaft mit dem betreuenden Kinderarzt über die Sicherheit und mögliche Risiken sprechen.
Foto: © waragic – Fotolia

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