Omas Heilwissen gegen Verstopfung

Unter Verstopfung leiden viele. Doch es gibt tolle Hausmittel, die dafür sorgen, dass der Gang zur Toilette erfolgreich ist.

Heublumensack: eines der hilfreichen Hausmittel bei Verstopfung.Wie häufig man Stuhlgang hat, ist von Mensch zu Mensch verschieden. Zwischen mehrmals täglich bis zu alle zwei bis drei Tage gilt als “normal”. Entsprechend ist das auch so eine Sache mit dem Thema Verstopfung (med. Obstipation): Ab wann davon die Rede sein kann, lässt sich nicht allgemeingültig festlegen. Als grobe Richtlinie gilt: Der Darm kann über einen Zeitraum von drei Tagen nicht mehr entleert werden.

Meist ist die Stuhlträgheit verbunden mit Appetitlosigkeit und Bauchschmerzen. Die Ursachen liegen oftmals in falschen Ernährungsgewohnheiten: zu wenig frisches Obst und Gemüse und damit zu wenig der für die Darmfunktionen so wichtigen Ballaststoffe, zu viel Süßigkeiten und weißes Mehl. Doch auch die Psyche spielt eine große Rolle. Denn seelische Probleme lasten nicht nur auf unserem Gemüt, sondern auch auf dem Darm. In seltenen Fällen können auch die Nebenwirkungen von Psychopharmaka oder Abführmitteln sowie chronische Leber- und Galleerkrankungen für den trägen Darm verantwortlich sein.

Wichtig: Treten Schmerzen am Darmausgang, kolikartige Bauchschmerzen sowie heftiges Erbrechen und Kreislaufbeschwerden auf, kann ein akuter Darmverschluss vorliegen. In diesem Fall müssen Sie sofort einen Notarzt rufen!

Erstmal in die Küche bei Verstopfung

Einem trägen Darm kann gut geholfen werden. Viele Lebensmittel haben als “Nebenwirkung” eine anregende Wirkung auf die Verdauung und Darmbewegung. Das wussten schon unsere Großmütter und verordneten sich und anderen zunächst einmal etwas aus der Küchenapotheke:

Feigen und Pflaumen

Trockenobst hilft dem Darm schnell wieder auf die Sprünge. Schneiden Sie einige getrocknete Feigen oder Pflaumen in kleine Stücke und lassen sie über Nacht in einem Glas kaltem Wasser einweichen. Am nächsten Morgen essen Sie die Früchte und trinken das Einweichwasser auf leeren Magen.

Olivenöl

Rund um´s Mittelmeer ist das seit Alters her ein bewährtes Mittel, wenn es mit dem Stuhlgang nicht so recht klappen mag: Trinken Sie jeweils morgens auf nüchternen Magen sowie abends vor dem Schlafengehen ein Schnapsglas warmes Wasser, in das Sie einen Esslöffel Olivenöl verrühren. Zugegeben ist das keine Gaumenfreude, hilft Ihrem trägen Darm aber wirksam wieder auf die Sprünge.

Sauerkraut

Wirksam verdauungsfördernd ist auch frisches Sauerkraut: Essen Sie täglich drei Esslöffel davon oder trinken Sie ein Gläschen Sauerkrautsaft. Den bekommen Sie im Reformhaus oder inzwischen auch im gut sortieren Supermarkt.

Milchprodukte

Ebenfalls positiven Einfluss auf die Darmaktivitäten entfalten Sauermilcherzeugnisse wie Joghurt, Kefir oder auch Buttermilch, von denen Sie abends vor dem Schlafengehen ein Glas oder einige Esslöffel trinken beziehungsweise essen.

Leinsamen

Leinsamen gilt als sehr verdauungsfördernd, allerdings stellt sich der Erfolg nicht gleich, sondern erst nach einigen Tagen ein. Etwas Geduld müssen Sie also bitte mitbringen, die sich bei genereller Neigung zu Verstopfung aber langfristig auszahlt: Nehmen Sie drei Esslöffel über den Tag verteilt zu sich; am besten in Joghurt, Milch oder Säften. Zusätzlich viel trinken!

Salzwasser

Zuverlässig wirksam ist auch morgens auf nüchternen Magen ein Glas warmes Wasser mit einem Teelöffel Kochsalz versetzt und zügig getrunken.

Heublumensack: Wärme wirkt Wunder

Ein weiteres sehr bewährtes Hausmittel unserer Großmütter: Der Heublumensack ist dank seiner Wärme bei vielen Problemen mit der Verdauung und vor allem bei einer Verstopfung äußerst wirkungsvoll.

Das brauchen Sie

  • 350 g Heublumen
  • Leinen- oder Baumwollsäckchen, am besten in den Maßen 30 x 50 cm
  • großen Topf
  • 2 Kochlöffel
  • 1 Baumwolltuch
  • 1 Wolltuch

So geht´s

  1. Füllen Sie das Säckchen zu zwei Dritteln mit Heublumen und binden es mit einer Schnur fest zu.
  2. Bringen Sie in einem Topf Wasser zum Kochen, legen Sie zwei Kochlöffel überkreuzt auf den Rand und darauf den Heusack.
  3. Erwärmen Sie den Sack 30 bis 60 Minuten lang in dem aufsteigenden Wasserdampf. Sobald er sich auf 45 – 50°C erwärmt hat, nehmen Sie ihn vom Topf und legen ihn auf Ihren unteren Bauch.
  4. Damit der Heusack nicht verrutscht, befestigen Sie ihn mit einem Baumwolltuch. Darüber binden Sie ein Wolltuch oder einen Schal.
  5. Nach 20 Minuten nehmen Sie den Heublumensack wieder ab, trocknen sich, falls Sie geschwitzt haben, ab und legen sich noch für 10 Minuten gut zugedeckt hin.

Einlauf: wenn sonst nichts mehr hilft

Klistiere, wie Einläufe auch heißen, gehörten in früheren Zeiten zum Standardrepertoire: Bei allen Unpässlichkeiten im Magen-Darm-Trakt, aber auch bei fieberhaften Erkältungen und sogar bei Kopfschmerzen griffen unsere Großmütter mit Vorliebe zu Klistierspritze und Schlauch.

Das brauchen Sie

  • Einlaufgerät (aus der Apotheke oder dem medizinischen Fachgeschäft) bestehend aus 20 cm langem Einlaufrohr, Spülgefäß (Irrigator) und Klistierspritze
  • Spülflüssigkeit: 1 Liter entweder lauwarmes, abgekochtes Wasser oder Kamillentee
  • Vaseline oder eine andere fettende Creme

So geht´s

  1. Füllen Sie das Spülgefäß mit der Flüssigkeit, hängen sie es im Bad über die Türklinke oder einen Handtuchhalter und lassen die Luft zur Probe aus dem Schlauch ins Waschbecken oder die Badewanne entweichen.
  2. Stecken Sie dann das Darmrohr an das harte Ansatzstück des Irrigatorschlauches und fetten das Ende des Rohrs mit Vaseline oder einer anderen Hautcreme ein.
  3. Gehen Sie anschließend in Hockstellung oder knien sich im Badezimmer auf den Boden und stützen den Oberkörper mit den Ellbogen ab und führen das Darmrohrende langsam in den After ein.
  4. Lassen Sie dann das Wasser gleichmäßig in den Darm laufen und schieben dabei das Rohr nach und nach weiter in den Darm hinein. Atmen Sie dabei ruhig und gleichmäßig ein und aus.
  5. Halten Sie das Wasser so lange im Darm, bis Sie einen Entleerungs-(Stuhl-)drang spüren; das ist etwa nach 2 – 5 Minuten der Fall. Gehen Sie dann auf die Toilette.

Foto: © Heike Rau – Fotolia

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