So wichtig ist Darmkrebsfrüherkennung

Die Angebote zur Darmkrebsfrüherkennung können Leben retten. Das zeigen uns erneut Daten aus den USA. Also nicht zögern, sondern unbedingt nutzen!

Darmkrebsfrüherkennung sollte unbedingt genutzt werden.

In Deutschland erkranken jedes Jahr etwa 60.000 Menschen neu an Darmkrebs. Er ist hierzulande bei Frauen die zweithäufigste, bei Männern die dritthäufigste Krebserkrankung. Mitte April 2019 sind nun die neuen Regelungen zur Darmkrebsfrüherkennung in Kraft getreten. Männer haben jetzt bereits ab dem Alter von 50 Jahren Anspruch auf eine Darmspiegelung zur Vorsorge. Bislang war das erst ab 55 Jahren der Fall. Frauen wird die Vorsorgedarmspiegelung ab 55 Jahren von den Krankenkassen erstattet.

Ab Juli 2019 werden zusätzlich alle Versicherten ab dem 50. Lebensjahr von ihren Krankenkassen zur Teilnahme am Darmkrebs-Screening eingeladen*. Das Programm zur Früherkennung von Darmkrebs sieht vor, dass Männer und Frauen zwischen 50 und 54 Jahren einmal jährlich einen immunologischen Test (iFOBT) auf okkultes, also nicht sichtbares, Blut im Stuhl von den Krankenkassen erstattet bekommen. Ab 55 Jahren haben Versicherte alle zwei Jahre Anspruch auf einen immunologischen Test, sofern sie keine Darmspiegelung durchführen lassen.

Darmkrebsfrüherkennung

Wie bedeutend regelmäßige Darmkrebsfrüherkennungsuntersuchung ist, zeigen erneut Zahlen aus den USA: Bei der Auswertung von 1.750 Darmkrebstodesfällen in Kalifornien stellte sich heraus, dass etwa zwei Drittel der Verstorbenen keine ausreichende Darmkrebsfrüherkennung durchlaufen hatten. Etwa 34 Prozent hatten nie an einem Screening per Koloskopie oder Bluttest teilgenommen. Weitere 33 Prozent hatten Früherkennungsangebote zwar wahrgenommen, diese dann aber nicht in den empfohlenen Abständen wiederholt. Etwa acht Prozent hatten auffällige Testergebnisse nicht weiter abklären lassen.

Die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) empfiehlt daher, die jetzt erweiterten Früherkennungsangebote unbedingt zu nutzen.

Effizient und sicher

„Kaum ein anderes Früherkennungsprogramm ist so wichtig und effizient wie die Darmkrebsfrüherkennung mit immunologischem Test und Koloskopie“, sagt PD Dr. med. Christian Pox, Chefarzt der Medizinischen Klinik St. Joseph-Stift-Bremen, einer der Koordinatoren der DGVS-Leitlinie Kolorektales Karzinom. Denn Darmkrebs wächst sehr langsam, meist über einen Zeitraum von zehn bis 15 Jahren. Während einer Darmspiegelung erkennt der Arzt Krebsvorstufen oder Polypen, aus denen sich ein bösartiger Tumor entwickeln kann und entfernt diese, bevor der Krebs überhaupt entsteht. „Das Deutsche Krebsforschungszentrums hat für Deutschland berechnet, dass durch das Darmkrebs-Screening hierzulande zwischen 2003 und 2012 etwa 180.000 Darmkrebserkrankungen verhindert wurden“, so Pox. Diese Erfolge zeigen, wie richtig der eingeschlagene Weg einer umfassenden Darmkrebsfrüherkennung ist. „Wir appellieren daher mit Nachdruck, diese wichtige und kostenfreie Untersuchung wahrzunehmen“, so DGVS-Mediensprecher Trautwein.

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) e.V.

*Gemeinsamer Bundesausschuss GBA, Pressemitteilung „Organisiertes Darmkrebs-Screening startet“, 18.4.2019. https://www.g-ba.de/presse/pressemitteilungen/791/
**Doubeni C.A. et al. Modifiable Failures in the Colorectal Cancer Screening Process and Their Association With Risk of Death. Gastroenterology 2019; 156:63–74, ​​​​​​​https://doi.org/10.1053/j.gastro.2018.09.040

 

Foto: © semlon – Fotolia.com
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