Speiseröhrenasthma – schwer zu schlucken

Speiseröhrenasthma? Aber Asthma ist doch etwas mit den Atemwegen … Stimmt, doch mitunter macht diese Erkrankung einen Abstecher zur Speiseröhre.

Speiseröhrenasthma macht sich vor allem durch Schluckbeschwerden bemerkbar.Analog zum Asthma handelt es sich hier um eine allergisch bedingte Erkrankung der Speiseröhre. Sie kann grundsätzlich in jedem Lebensalter auftreten. Der Häufigkeitsgipfel liegt jedoch zwischen dem 30. und 40. Lebensjahr. Männer sind deutlich häufiger davon betroffen als Frauen – Speiseröhrenasthma gilt entsprechend als Männerkrankheit. Ihr wichtigstes Symptom sind Beschwerden beim Schlucken.

Wachsender Stellenwert

Die Diagnose eines Asthmas der Speiseröhre wird immer häufiger gestellt – seit Jahren schnellen die Zahlen der Betroffenen in die Höhe. So zeigen Untersuchungen zur Häufigkeit aus Europa und Nordamerika übereinstimmend eine rasante Zunahme. Parallel zu ihrer Häufigkeit wächst die medizinische Bedeutung dieser Erkrankung. Ihr hoher Stellenwert beruht zudem darauf, dass diese langfristig die Struktur der Speiseröhre schädigen kann. Eine Folge davon sind Schluckstörungen – binnen der letzten zehn Jahre ist Speiseröhrenasthma zur häufigsten Ursache dafür avanciert. Vor diesem Hintergrund spielt die Erkrankung nicht nur eine Rolle in der Gastroenterologie, sondern wird auch in der Praxis von hausärztlichen Internisten, HNO-Ärzten und Allergologen zunehmend relevanter.

Typische Symptome

Speiseröhrenasthma gibt sich vorrangig durch Schluckstörungen zu erkennen, medizinisch Dysphagie genannt. Diese Beschwerden beim Schluckvorgang können mit Schmerzen und Druckgefühl einhergehen. Weiterhin charakteristisch ist, dass beispielsweise ungenügend gekaute Speisen in der Speiseröhre steckenbleiben – was ein sehr schmerzhaftes Ereignis sein kann. Mediziner nennen das eine akute Bolusobstruktion. Häufig klagen die Betroffenen zudem über Schmerzen im Brustraum. Mitunter können auch Symptome wie beim Reflux auftreten. Bei siebzig Prozent der Patienten zeigt sich in der Blutuntersuchung, dass das Serum-IgE im Blut erhöht ist. Das sind Antikörper, die allergische Reaktionen in unserem Körper vermitteln.

Was Speiseröhrenasthma verursacht

Diese Erkrankung ist allergisch bedingt: Auslöser sind Allergene aus der Luft, wie etwa Pollen und Hausstaub, sowie Allergene in der Nahrung. Aus Untersuchungen weiß man, dass Kuhmilch und Weizen zu den häufigsten Auslösern, auch Trigger genannt, gehören. Grundsätzlich kommen aber auch andere Nahrungsmittel wie Eier, Soja, Nüsse, Hülsenfrüchte oder Meeresfrüchte in Frage. Neben den Allergenen haben offenbar auch genetische Faktoren ihre Finger mit im Spiel. Denn wie es scheint, gibt es eine familiäre Häufung. Weiterhin ist bekannt, dass ein starker Zusammenhang mit allergisch bedingten Entzündungen der Nasenschleimhaut sowie dem Bronchialasthma existiert.

Die Diagnose erfolgt mittels einer endoskopischen Untersuchung des oberen Verdauungstakts, einer sogenannten Ösophago-Gastro-Duodenoskopie. Um deren Ergebnis zu sichern, werden auch Gewebeproben entnommen, die man dann unter dem Mikroskop untersucht.

Was dagegen hilft

Die Behandlung basiert auf drei Säulen: dem Weglassen der Auslöser in der Nahrung, sowie Magensäureblockern (PPI) und Kortison. Beim Speiseröhrenasthma handelt es sich um sechs Kandidaten in der Nahrung, die kritisch sind. Deshalb spricht man auch von einer 6-Food-Eliminationsdiät. Sie umfasst den vollständigen Verzicht auf Kuhmilch, Weizen, Eier, Soja, Nüsse, Meeresfrüchte. Diese Diät bewirkt bei siebzig Prozent der Patienten, dass die Beschwerden verschwinden. PPI können bei rund der Hälfte der Betroffenen erfolgreich sein. Sie sollten hierzu vier bis acht Wochen zweimal täglich eingenommen werden. Eine weitere Option zur Behandlung ist die Anwendung von Kortison; wie auch in der Asthmatherapie. Der Unterschied ist, dass der Patient es nicht inhaliert, sondern in Form von Tabletten schluckt. Deren Einnahme erfolgt zweimal täglich für vier bis acht Wochen

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