Wann und wie essen mit CED?

Neben dem “was” ist es für Menschen mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen, kurz CED, auch sehr wichtig, wie und wann sie essen.

Bei CED gibt es beim Essen manches zu beachten.

Zunächst zum „wie“

CED-Patienten sollten alle Extreme meiden. Das bedeutet in der Praxis, auf sehr heiße und kalte sowie sehr saure, süße und salzige Speisen und Getränke zu verzichten. Weiterhin sind bekömmliche Zubereitungsarten wie Kochen, Dämpfen, Dünsten oder Schmoren zu bevorzugen. Rösten, Frittieren, Panieren und scharfes Anbraten streichen die Betroffenen besser aus ihrem Repertoire. Selbstverständlich sollte man gerade mit einer CED stets in Ruhe im Sitzen und langsam essen sowie gründlich kauen. Letzteres bereitet den Speisebrei besser auf seine weitere Verdauung vor und nimmt dem geschwächten Darm bereits einiges an Arbeit ab. Reichlich Trinken ist wie erwähnt sehr wichtig, allerdings sollte es direkt zum Essen nur wenig sein. Denn mehr als 200 ml stören den Verdauungsprozess, da unverdaute Nahrung durch den Flüssigkeitsschub weiter durch den Körper gespült wird.

Nun zum „wann“

CED-Patienten sollten noch besser als andere Menschen auf den natürlichen Verdauungsrhythmus achten. Er ist gegen Mittag am stärksten und lässt gegen Nachmittag nach. Am Abend tritt er in seine Ruhephase ein. Das bedeutet, dass das abendliche Essen leicht verdaulich und nicht zu üppig sein sollte. Zudem sollte zwar regelmäßig (am besten zwei- bis dreimal täglich), aber mit Pausen von vier bis sechs Stunden gegessen werden. Dann ist die Verdauung der vorhergehenden Mahlzeiten in der Regel abgeschlossen.

Bei CED drohen Mangelzustände

Lang anhaltende Durchfälle, häufiger Blutverlust, schlechte Resorption der Nahrung – kein Wunder, dass viele Patienten mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen einen Mangel an einzelnen Nährstoffen aufweisen. Das betrifft oft die Vitamine B12 und D sowie Kalium und Magnesium.  Zu den größten Problemen gehört jedoch Kalziummangel aufgrund der regelmäßigen Kortison-Gaben bei akuten Schüben sowie zu wenig Eisen. Bis zu 70% der CED-Patienten leiden wiederholt unter Eisenmangel*. Dessen Ausgleich stößt jedoch oft an Grenzen. So werden Präparate mit zweiwertigem Eisen vielfach nur schlecht aufgenommen und der Bedarf bleibt weiter ungedeckt. Einen Ausweg aus dem Dilemma eröffnen Eisenpräparate mit dreiwertigem Eisen, Eisen-III-Maltol. Sie sind gut verträglich und rasch wirksam**.

Wichtig: Besteht bei mehreren Nährstoffen zugleich ein Mangel, müssen viele der Betroffenen eine parenterale Zusatzernährung zugeführt bekommen.

* Wells C.W. et al. Inflamm Bowel Dis 2006;12: 123–130.
**Schmidt C. et al. Aliment Pharmacol Ther 2016;44: 259–270.
Foto: © nehopelon – Fotolia.com
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