Warum Magensäure so wichtig ist

Sie hat einen schlechten Ruf, wird oft fälschlich für Beschwerden verantwortlich gemacht. Dabei ist Magensäure unerlässlich für eine gesunde Verdauung.

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Was den Speisebrei im Magen tüchtig sauer macht, gilt weithin als häufige Ursache für Beschwerden im Magen-Darm-Trakt. So werden vor allem Sodbrennen, saures Aufstoßen und eine Magenschleimhautentzündung mit ihr in Verbindung gebracht. Doch Magensäure wird zu Unrecht als „Übeltäter“ gehandelt. Wie nicht zuletzt jüngste Forschungen gezeigt haben, kommt ihr im gesamten Verdauungsgeschehen immense Bedeutung zu.

Magensäure hat viele Jobs

Sie hält unseren Körper sauber: Nämlich von schädlichen Keimen, die über die Nahrung im Speisebrei „einreisen“. Weiterhin kann ohne genügend Säure im Magen keine Verdauung von Eiweiß aus der Nahrung stattfinden, was weitreichende Konsequenzen hat: Die Nahrung wird nicht mehr vollständig verdaut, was zu Beschwerden führt. Der Grund dafür ist, dass bei zu wenig Magensäure der pH-Wert zu hoch ist. Doch Pepsin kann nur in einem sauren Umfeld arbeiten: Nur dann kann das Verdauungsenzym erst aktiv zur Verdauung von Eiweiß werden. Über ihre essentiellen Funktionen im Verdauungsgeschehen hinaus schafft die Magensäure auch die Voraussetzung für eine effektive Aufnahme von Vitamin-B12 aus der Nahrung. Darüber hinaus ist sie unerlässlich für viele Stoffwechselvorgänge wie unter anderem Blutbildung und Knochenaufbau sowie für die Nervenfunktionen.

Bemerkenswerte Befunde

Welche große Relevanz die Säure des Magens für uns besitzt, zeigte auch eine Studie von Wiener Forschern*. Den von ihnen untersuchten Patienten mit Verdauungsbeschwerden waren über drei Monate hinweg Säureblocker verabreicht worden. Dadurch verringerte sich die Bildung von Magensäure und der pH-Wert im Magen erhöhte sich leicht. Dies beeinträchtigte die Magenverdauung stark. In Folge einer solchen unvollständigen Magenverdauung entstehen Nahrungsmittelallergien: Die Untersuchungen aus Wien wiesen einen direkten Zusammenhang zur Entwicklung dieser Allergien nach. Ein Mangel an Säure im Magen ist ein Risikofaktor für die Entstehung von Nahrungsmittelallergien.

Magensäure ist also enorm wichtig für die Gesundheit unseres Verdauungssystems. Dementsprechend gehört ein Zuwenig an Magensäure beziehungsweise eine gestörte Bildung davon mit zu den Ursachen von Verdauungsbeschwerden – und zwar zu den sehr häufigen.

* Diesner S.C. et al. Wien Med Wochenschr 2012; 162: 513 – 518.
Foto: © dpaint / Fotolia
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