Was tun, wenn das Schlucken schwerfällt?

Die Fähigkeit zu schlucken, ist für die meisten Menschen selbstverständlich – bis es zu einer Störung dieses komplexen Prozesses kommt.

Schlucken ist nicht immer störungsfrei.

Schluckstörungen können eine starke Belastung für Betroffene sein. Die Therapie richtet sich nach der Ursache der Schluckstörung und erfordert oft die Zusammenarbeit verschiedener medizinischer Fachgebiete.

Schlucken ist hochkomplex

Das Schlucken – also die Beförderung von fester oder flüssiger Nahrung vom Mundbereich in den Magen – besteht aus mehreren fein aufeinander abgestimmten Einzelschritten. Schluckstörungen können entstehen, wenn ein oder mehrere dieser Schritte beeinträchtigt sind. Dabei leiten wir nur den Beginn des Schluckprozesses bewusst ein, indem wir die zerkleinerte Nahrung vom Mundbereich in den Rachen schlucken. Der restliche Vorgang verläuft automatisch. Das sogenannte Gaumensegel verschließt während des Schluckens den Zugang zur Luftröhre, damit keine Fremdkörper in die Lungen gelangen. In der Speiseröhre befördern wellenartige Muskelbewegungen zusätzlich zur Schwerkraft die Nahrung in Richtung Magen. Sowohl am Anfang als auch am Ende der Speiseröhre befinden sich zudem Schließmuskeln, die den Eintritt und den Austritt der Nahrung aus der Speiseröhre regulieren.

Schluckstörungen und ihre Folgen

Schluckstörungen können verschiedenartig ausgeprägt sein. Betroffene können zum Beispiel von einer „Einschluckstörung“ berichten. Dabei ist der erste Schritt zum Schlucken vom Mund- in den Rachenbereich erschwert. Andere wiederum haben das Gefühl, dass das Essen im Hals stecken bleibt und nicht die Speiseröhre hinunter wandert. Häufig kommt es dabei auch zu einem Wiederaufstoßen oder Erbrechen der Nahrung. Bei bestimmten Erkrankungen ist sogar ein vollständiger Verschluss der Speiseröhre möglich.

Eine unbehandelte Schluckstörung kann zu verminderter Nahrungsaufnahme und damit zu einem Gewichtsverlust führen. Zudem besteht die Gefahr, dass Flüssigkeiten oder feste  Nahrung teilweise in die Luftröhre und in die Lunge gelangen. In diesen Fällen kann leicht eine Lungenentzündung entstehen.

Viele Ursachen für erschwertes Schlucken

Zwar können Schluckstörungen in jedem Alter auftreten. Am häufigsten sind jedoch ältere Menschen betroffen. „Der Schluckapparat altert genauso wie andere Körperorgane auch und die Muskulatur in der Region kann allmählich schwächer werden und auch die Produktion von Speichel lässt nach“, erklärt PD Dr. Sebastian Haag, Gastroenterologe in der GastroPraxis Wiesbaden und kooptiertes Vorstandsmitglied der Gastro-Liga. „Zudem steigt im Alter das Risiko für Erkrankungen, die das Schluckvermögen beeinflussen können.“ Dazu gehört eine Vielzahl verschiedener Erkrankungen im Bereich der Mundhöhle, des Rachens und der Speiseröhre. Aber auch Erkrankungen von Nerven oder Muskeln, wie die Parkinson-Krankheit, Multiple Sklerose oder Schlaganfälle, können sich negativ auf die Schluckfähigkeit auswirken. Zudem können einige Krebserkrankungen im Bereich des Schluckapparates zu einer Verengung der Speiseröhre führen.

Therapie von Patient zu Patient verschieden

Die Therapie von Schluckstörungen richtet sich nach der Ursache der Beschwerden. Beispielsweise muss die Speiseröhre bei einer Krebserkrankung häufig entfernt und durch Teile des Magens oder Dickdarms ersetzt werden. Wenn das Eintreten von Partikeln in die Luftröhre nicht auf andere Weise verhindert werden kann, kann manchmal sogar ein Luftröhrenschnitt notwendig werden. In vielen Fällen können aber bereits schlucktherapeutische Übungen helfen, die Betroffene mit speziell geschulten Therapeuten trainieren. „Da bei der Entstehung von Schluckstörungen oft mehrere Faktoren zusammenkommen, arbeiten wir bei der Therapie oft mit Experten aus verschiedenen medizinischen Fachbereichen zusammen“, berichtet Dr. Haag.

Unter www.gastro-liga.de steht Ihnen im Bereich „Unser Service“ eine Vielzahl an Broschüren zu unterschiedlichen Verdauungsthemen kostenlos zum Download zur Verfügung, unter anderem zum Thema Schluckstörungen.

Quelle: Gastro-Liga
Foto: © Picture-Factory / fotolia.com
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